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Mai-Kundgebung in trockenen Tüchern

Bad Münder. „Blamabel, peinlich, skandalös.“ So einige Reaktionen. Sogar die Frage, ob die traditionelle DGB-Kundgebung zum 1. Mai auf dem Steinhof überhaupt noch zeitgemäß sei, war gestellt worden. Zum ersten Mal musste die Veranstaltung am „Tag der Arbeit“ im vergangenen Jahr nämlich ausfallen. Der Grund: eine ausgedünnte Personaldecke und fehlende finanzielle Mittel.

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Mit der Einrichtung eines Organisationsteams ist nun sichergestellt worden, dass sich diese Schlappe in diesem Jahr nicht wiederholen wird. Der IGBCE-Ortsgruppenvorsitzende und Gesamtbetriebsrat der Ardagh Glass GmbH, Hans Georg Diekmann: „Wir haben zusammen mit dem DGB beschlossen, dass die Einzelgewerkschaften über ein Umlageverfahren an den Kosten der Maiveranstaltungen beteiligt werden. Das Budget wird sich auf rund 3600 Euro belaufen. Abweichungen werden vom DGB und den Einzelgewerkschaften abgedeckt.“ Das Gespräch mit den Verdi-Verantwortlichen müsse allerdings noch geführt werden.

In einem „Leitfaden“ haben sich die Initiatoren der diesjährigen Maifeier verbindlich auf ein Helfertableau geeinigt, dass sämtliche Zuständigkeiten von Antragstellung bis Bratwurststand und Hüpfburg penibel regelt. Diekmann zeigt sich erleichtert: „Damit sind der Grundstein und die Struktur entworfen worden, die eine Maiveranstaltung 2015 in Bad Münder möglich machen.“

Federführend für die Traditionsveranstaltung wird der DGB-Regionsgeschäftsführer Reiner Eifler aus Hannover sein. Über seine Geschäftsstelle, so Diekmann, werden alle laufenden Rechnungen abgewickelt. Der Hamelner Regionssekretär Volker Eggers sei nie Ansprechpartner für ihn gewesen, betonte Diekmann. „Herr Eggers hatte zwar in der Zeitung den Ausfall 2014 bedauert, die Akteure rund um die Maifeier in Bad Münder wussten allerdings, dass Eggers nie ein zwingendes Interesse daran hatte.“

Auch ein Alleingang der örtlichen IG BCE habe sich ausgeschlossen. Diekmann dazu: „Die Maiveranstaltung ist ein Aushängeschild aller Gewerkschaften und muss somit eine DGB-Veranstaltung sein. Da es aber keinen DGB-Ortsverband Bad Münder mehr gibt, musste es eine Organisation mit allen Einzelgewerkschaften unter Beteilung des DGB geben.“

Unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“ wird sich am 1. Mai auf dem zentralen Platz am Steinhof nun also alles um den Zusammenhang von Arbeitsplätzen und Energiewende drehen. Für Diekmann insbesondere für den Standort Bad Münder ein in mancher Hinsicht aktuelles Thema: „Die Energiepolitik entscheidet wesentlich, ob wir in Zukunft die Chemie-, die Kunststoff- und die Aluminiumindustrie sowie die Stahlhütten in Deutschland haben. Genauso ist der Energiepreis entscheidend bei den Entwicklungschancen der Automobil-, der Maschinenbau- und Baustoffindustrie. Wir dürfen diese Wertschöpfungsketten, die Grundlagen unserer Industrie sind, nicht gefährden.“hzs



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