weather-image
11°
Shmuel Vogelhuber berichtet Schülern der Vikilu von persönlichen Erfahrungen der Ausgrenzung

„Macht Schritte gegen Antisemitismus und Fremdenhass“

Hameln. Anlässlich des Gedenkens an die Holocaust-Opfer am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, am 27. Januar, besuchte Dieter Shmuel Vogelhuber von der liberalen jüdischen Gemeinde Hameln das Viktoria-Luise-Gymnasium und berichtete den geschichtsinteressierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufe von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Antisemitismus.

270_008_7676988_wvh_1202_Vikilu_P1070541.jpg

Auch 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationsla-gers Auschwitz ist das Thema, auch gerade wegen der jüngsten Terrorereignisse in Paris und Sydney, in der Gesellschaft präsent. Vogelhuber berichtete auch von persönlichen Anfeindungen und Bedrohungen im Alltag. In seiner Einleitung des Vortrags betonte Rainer Starke als Schulleiter jene große und permanent vorhandene Verantwortung, die mit der nationalsozialistischen Vergangenheit unseres Landes verbunden sei und der sich die Schule als Institution stellen müsse. Insbesondere die Gelegenheiten zu persönlichen Begegnungen, Diskussionen und Gesprächen seien in diesem Zusammenhang für die nachfolgenden Generationen unverzichtbar, um durch diese Begegnungen Ge-schichte zu erfahren und zu reflektieren.

Eine dieser Gelegenheiten war der Vortrag Vogelhubers, in dem er zunächst dem Publikum eine geschichtliche Betrachtung des Themas Antisemitismus eröffnete, danach die Auswirkungen auf heute näher beleuchtete und schließlich nach Lösungsmöglichkeiten der Konflikte, die mit diesem Thema verbunden sind, suchte.

Im Anschluss trat er in den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern und beantwortete ihre durch den informativen Vortrag angeregten Fragen.

Besonders die Verbindung des heutigen Israels mit den damaligen Ereignissen und der entstehende islamistisch geprägte Antisemitismus boten Anlass zu Diskussionen. Solche Diskussionen seien ein wesentlicher Teil der Informations-pflicht der historisch gebildeten, älteren Generation gegenüber der jüngeren, so Vogelhuber. Weiter erklärte er, dass nur ein gemeinsames Vorgehen gegen Vorurteile und ein gemeinsames Lernen aus der Geschichte derartig langanhaltender Konflikte, wie zum Beispiel der Nahost-Konflikt, lösen und präventiv gegenüber den Gräueltaten des Dritten Reichs wirken könnte. Gemeinsames Vorgehen schließe gegenseitige Toleranz und Akzeptanz, die jeder individuell ausbilden müsse, mit ein. Nicht mit der Proklamation des Friedens durch Staaten und Regierungen entstehe ein friedfertiges Zusammenleben, sondern dadurch, dass jeder Einzelne den Kampf gegen Vorurteile, Antisemitismus und Fremdenhass jeglicher Art aufnehme und seinen Beitrag für mehr gelebte Toleranz leiste, berichtet Lara Kallabis-Lex, Schülerin des 12. Jahrgangs am Viktoria-Luise-Gymnasium.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt