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Macht eine Wirtschaftsschau 2016 Sinn?

Bad Münder. Die mündersche Wirtschaftsschau feierte im Jahr 2001 Premiere. In den nächsten Jahren entwickelte sich die Messe am ersten Septemberwochenende zur beliebten Leistungsschau heimischer Handwerker und Gewerbetreibender, die bis zu 10 000 Besucher anlocken konnte. 2011 musste die Wirtschaftsvereinigung (WV) die Veranstaltung aufgrund niedriger Anmeldezahlen erstmals platzen lassen. 2013 wiederholte sich dieses Szenario. Mit der Neuaufstellung des Vorstands kündigte die WV im vergangenen Jahr auch ein neues Konzept für die Schau an. Im kommenden Jahr soll es einen neuen Anlauf geben. Doch macht dieser überhaupt noch einen Sinn?

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„Unbedingt“, meint zumindest Henrik-Christoph Piepho. Der Inhaber des Autohauses Am Kurpark hat an jeder münderschen Schau teilgenommen. Schließlich sei solch eine Veranstaltung ein wichtiger Kontakthof für die Unternehmen, um ihre Dienstleistungen persönlich vorzustellen. „Viele Münderaner wissen ja gar nicht, welche Betriebe und welche Wirtschaftskraft in Bad Münder stecken.“ Eine Wirtschaftsschau biete den besten Rahmen, um zu zeigen: „Was können und was treiben wir“, so Piepho. Auch für Schüler sei es eine Möglichkeit, sich für die Zeit nach dem Abschluss zu orientieren. Es sei auch der richtige Ansatz, einen netten Rahmen zu schaffen. So sehen die bisherigen Pläne der WV vor, den Tag mit einer Abendveranstaltung mit Musik ausklingen zu lassen. Der heimische Markt dürfe nicht vergessen werden. Das sei der richtige Weg, meint auch Piepho. Ein Tag sei auch ausreichend, vor allem weil die vielen kleinen Betriebe kaum eine mehrtätige Veranstaltung wuppen könnten, da sie weder über die finanziellen noch die personellen Ressourcen verfügten.

Für Gärtnermeister Klaus Roske hingegen bleibt abzuwarten, welches Konzept sich die Wirtschaftsvereinigung für die nächste Schau einfallen lässt – und vor allem für wann. „Grundsätzlich bietet sich meiner Meinung nach das Frühjahr besser an als der Herbst“, ist der Inhaber der Gärtnerei Ahlschwede-Roske sicher. In der Regel hätten die meisten Betriebe ihr Budget für Werbung bereits ausgeschöpft und auch beim Publikum – den Kunden – sitze das Geld meist nicht mehr so locker.

„Ich bin zwar kein Prophet, aber ich befürchte, dass der Neustart für Bad Münder schwierig wird.“ Darum plädiere er auch schon seit Langem dafür, mit anderen Regionen zusammenzuarbeiten, „um sich gegenseitig zu befruchten.“ Zwar sollte man Springe nicht außer Acht lassen, „aber man sollte versuchen, mit der Lauenauer Runde ins Gespräch zu kommen.“ Die Präsentationsmöglichkeiten für Aussteller seien rund um das Sägewerk ideal.

Tatsächlich ist diese Idee nicht neu. Bereits 2011 wurde der Ruf laut, ein Zusammengehen mit anderen Gemeinden zu prüfen. Heinrich Dreyer, Schatzmeister der Wirtschaftsvereinigung, schlug eine „Regionalschau Deister-Sünteltal“ vor. Unter ihrem Dach könnten sich Teilnehmer etwa aus Springe und Lauenau bündeln, um sich Arbeit und Kosten zu teilen.

Aber auch das aktuelle Bestreben der WV nach einer Wiederaufnahme sieht Büttner überaus positiv und schätzt die Umsetzung für 2016 als realistisch ein. Nach der Absage der Schau vor zwei Jahren hatte der Bürgermeister einen Neustart für 2014 abgelehnt. Begründung damals: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir da eine Konkurrenzsituation eröffnen wollen.“ Jetzt bewertet er die Situation anders. Es komme schließlich auf das geplante „Format“ an. Es werde sicherlich nicht einfach das Springer Modell in die Kurstadt übertragen. „Wir müssen ein eigenes Konzept finden, das zu der Stadt und den Bürgern passt.“

Wie viel Konkurrenz man der Nachbargemeinde Springe mache, könne er erst einschätzen, wenn Konkreteres über das Konzept bekannt sei, sagt Thomas Heiming, Geschäftsführer der GeTour. „Prinzipiell gut“, findet er es jedoch, dass die Wirtschaftsvereinigung „das Heft des Handelns in die Hand nimmt und Aktivitäten entfaltet.“ Die GeTour werde bei der Umsetzung sicherlich in engem Schulterschluss mit der WV agieren.col



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