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Stadthäger Lehrer initiiert Schulversuch

"Mabikom" soll Mathe pauken leichter machen

Stadthagen/Bergkirchen (han). "Mabikom" lautet der Name eines niedersächsischen Schulversuchs, mit dem die Qualität des Mathematikunterrichts verbessert werden soll. Initiiert hat das Projekt Wilhelm Weiskirch, Mathematiklehrer am Ratsgymnasium Stadthagen (RGS).

Die Idee zu dem Projekt entwickelte Weiskirch vor drei Jahren während eines Forschungssymposiums in Garmisch-Partenkirchen. Gemeinsam mit der Professorin Regina Bruder von der Technischen Universität (TU) Darmstadt überlegte er, wie Schüler im Mathematikunterricht individueller gefördert werden könnten. Später trug der Pädagoge seine Vorschläge im niedersächsischen Kultusministerium vor. Dort sei man von der Idee des Schulversuchs spontan begeistert gewesen. Drei Jahre dauerte es schließlich, bis die Finanzierung geregelt war und dem Vorhaben nichts mehr im Weg stand. Für die Unterstützung des Projektes durch die TU Darmstadt fand sich sogar ein Sponsor. Ende vergangenen Jahres sagte die Firma "Texas Instruments" zu, die kompletten Kosten für wissenschaftliche Begleitung zu übernehmen. Die Abkürzung "Mabikom" steht für "Mathematisch binnendifferenzierende Kompetenzentwicklung in einem mit neuen Technologien unterstützten Mathematikunterricht". Viermal pro Jahr treffen sich 24 Lehrer, Multiplikatoren genannt, mit Vertretern der Fachdidaktik. Insgesamt nehmen zwei Dutzend niedersächsische Schulen an dem Projekt teil. "Mehr war finanziell nicht drin", so Weiskirch. Der Modellversuch dauert vier Jahre, die Treffen finden abwechselnd in Loccum und Bergkirchen statt. Außer dem RGS beteiligt sich auch das Wilhelm Busch Gymnasium in Stadthagen. Im ersten Projektjahr sollen Entwürfe entwickelt und Erfahrungen gesammelt werden. Ab Februar kommenden Jahres werden die Lehrer das Konzept an der Sekundarstufe I ihrer jeweiligen Schule umsetzen. Ziel ist es, der Lehrerschaft Hilfen an die Hand zu geben, zum Beispiel in Form von Unterrichtsbausteinen und Lehrmaterialien. Durch Klassentests soll der Erfolg des Projekts gemessen werden. "Die Schülergruppen werden immer heterogener", begründet Projektleiter Weiskirch die Notwendigkeit des Schulversuchs. Als Ursache für die zunehmende Heterogenität verweist der Mathematiklehrer auf steigende Schülerzahlen. Seit der Abschaffung der Orientierungsstufe sei der Ansturm auf die Gymnasien größer geworden. Zudem lasse die Konzentrationsfähigkeit der Schüler nach. "Darauf muss man reagieren." Die verstärkten Forderungen nach Integrierten Gesamtschulen (IGS) hätten bei der Projektidee keine Rolle gespielt.




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