weather-image
18°
„Die verkaufte Braut“ feiert im Martin-Schmidt-Konzertsaal Premiere

Lustige Volksoper im Operettencafé

Bad Münder (hm). Operamobile hat mit der Premiere der Friedrich-Smetana-Oper „Die verkaufte Braut“ im münderschen Martin-Schmidt-Konzertsaal einen weiteren Erfolg gelandet. Obwohl dieses spielerisch höchst anspruchsvolle und humorvolle Werk gern von Opernsängern wegen seiner einschmeichelnden Arien gesungen wird, ist es nicht unbedingt regelmäßig auf den Bühnen zu sehen.

Im Mittelpunkt der Aufführung: Bettina Delius als Marie und Tade

Die mutige Entscheidung der Regisseurin Bettina Delius, diese große romantische Oper auf die Möglichkeiten von Operamobile umzuschreiben, wurde belohnt. Die Besucher des jüngsten Operettencafés waren begeistert.

Den großen Chor übernahmen klangvoll die Solisten, das Ballett wurde durch den Kinderchor der Grundschule Godshorn mit viel Eifer ersetzt, und das Orchester funktionierte auch in der Kleinstbesetzung mit Klavier (Slawomir Saranok) und Violine (Jürgen Flemming).

Den Kern der Geschichte um „Die verkaufte Braut“ ließ Delius unangetastet, sie änderte nur leicht Ort, Zeit und Rahmenhandlung und entfaltete mit dem Ensemble voller köstlicher Typen aus der Geschichte heraus ein Handlungsgeschehen, das die ganze Palette dieser musikalisch und dramaturgisch so überaus reichhaltigen Volksoper wunderbar zur Geltung brachte.

Anspruchsvolles Werk: Das Operamobile-Ensemble begeisterte mit s
  • Anspruchsvolles Werk: Das Operamobile-Ensemble begeisterte mit seiner Umsetzung der Smetana-Oper.

Zur Handlung: Das Städtchen Maly Moldawsko in Böhmen feiert sein 1000-jähriges Bestehen. Bürgermeister Springer ist mit den Vorbereitungen für ein großes Jubiläumsfest befasst. Apotheker Kezals größte Leidenschaft ist es, die richtigen Paare unter die Haube zu bringen. Die Auserwählten diesmal sind Marie, Tochter eines Bauern, und Wenzel, Sohn eines Gutsbesitzers. Doch Marie will nicht – sie hat sich in Hans, einen Fremden, verliebt. Als dieser hört, dass Marie den Sohn des Gutsbesitzers heiraten soll, willigt er zum Entsetzen aller ein, seine Braut für 300 Gulden zu verkaufen. Es stellt sich heraus, dass Hans der verschollene Sohn des Gutsbesitzers ist. Hans hat seine Braut an sich selbst verkauft. Einer Heirat mit Marie steht nichts mehr im Wege.

Musikalischer Humor und volksliedhafte Schönheit machen dieses Werk zu einer der schönsten Kompositionen der heiteren Opernliteratur. Hier verbinden sich böhmisches Musikantentum, unwiderstehliche Komik und musikalisch-dramatische Charakterisierungskunst.

Bettina Delius spielte die bezaubernd natürliche Marie, Tadeusz Galczuk den herzhaft frischen Hans, Christoph Rosenbaum den liebenswürdigen Wenzel, Achim Niedziella gab in einer Doppelrolle den Gutsbesitzer und den Stadtindianer Muff, Alexander Senger zeigte sein Können als als Bürgermeister Springer. Neu bei Operamobile war der Bassist Daniel Eggert, ein klangmächtiger, prächtiger Bass, der sich in der Rolle des Kezal sichtlich wohlfühlte.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare