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The Kooks rocken das ausverkaufte Capitol

Lukes One-Man-Show

Hannover. Sie galten als Wunderkinder des Indie-Rock – doch auch nach mehr als zehn Jahren Bühnenpräsenz werden The Kooks ihrem Image als Britpop-Boygroup noch immer mehr als gerecht. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich in den ersten Reihen vor der Bühne überwiegend die weibliche Gefolgsschar der Briten austobte.

Das Aushängeschild der Band ist ohne Zweifel Luke Pritchard, der es perfekt versteht, den Geräuschpegel der Fans während der Show nach Belieben zu steuern. Seine drei Mitstreiter als musikalisches Beiwerk abzuwerten, wäre nicht richtig, denn das Quartett präsentiert sich homogen und spielfreudig. So versinken die verschiedenen Musikstile wie Reggae, Rock, Britpop, Funk und Soul auch nicht in einem wirren Soundkosmos, sondern kommen wohlgeordnet beim Publikum an.

Mit 1600 Konzertbesuchern ist das Capitol restlos ausverkauft, gleicht an diesem Abend einem Brutkasten. Mit „Around Town“, dem ersten Song auf dem aktuellen Album „Listen“, eröffnet das Quartett ihre im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibende Show. Sofort marschiert Pritchard an den Bühnenrand und überflutet die weiblichen Fans mit gezielten Flirtattacken. Darin hat der 30-Jährige Übung, verzauberte er doch schon Schönheiten wie Schauspielerin Mischa Barton und Sängerin Katie Melua.

Bereits der zweite Song „Ooh La“ wird vom Publikum lautstark mitgesungen – die Kooks haben ihr Gute-Laune-Paket geöffnet und lassen gezielt ihre eingängigen Songs im Drei-Minuten-Takt auf die Konzertbesucher niederprasseln. Luke Pritchard zieht einmal mehr das Rampenlicht auf sich, als er, nur mit Akustik-Gitarre bewaffnet, den Titel „Seaside“ in den Club haucht.

Die Stimme des Frauenschwarms schwankt zwischen Übermut und Nüchternheit, wenn er über die „beste Stadt der Welt“ schwärmt – zählt er doch London zu den multikulturellsten und kreativsten Städten. Ansonsten erzählen die Texte über die alltäglichen Geschehnisse des Lebens: So geht es bei „Eddie’s Gun“ um den Sex mit der Ex, während das ohrwurmtaugliche „Ooh La“ die heiße Geschichte vom Mädchen mit dem tollen Petticoat erzählt. Für Gesprächsstoff dürfte im Nachhinein auch noch eine kleine Bierdusche sorgen, denn Pritchard konnte einem fliegenden Bierbecher zwar ausweichen, den Inhalt bekam er aber übers T-Shirt. Durch diese unnötige Attacke wurde leider auch für kurze Zeit der Hype aus dem Konzert genommen.

Der Triumphzug der Britpopper dürfte noch eine Zeit lang andauern, denn auch auf dem aktuellen Album „Listen“ zeigen sich die Briten weiter experimentierfreudig. Obwohl sich Pritchard für die Veredlung des Longplayers den Hip-Hopper Inflo ins Boot geholt hat, tut es der Band gut, dass der Frontmann weiterhin die musikalischen Geschicke der Gruppe lenkt.




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