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Zum 25-jährigen Bestehen der Stadtfete nur Miniprogramm aus Hannover / 2009 Neustart?

Luft raus: "Pflastertrubel" im absoluten Tief

Stadthagen (jl). 25 Jahre "Pflastertrubel" - das ist in diesem Fall kein Grund zu feiern. Die Stadtfete ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Nur noch ein einheimischer Gastronom hält dem einstigen Publikumsmagneten die Stange. Für 2009 zeichnet sich ein Neubeginn mit anderen Organisatoren ab. Die Stadt will ins Boot und auch der Stadtmarketingverein.

"Pflastertrubel 2008" -den hätte es nach den Worten des Gastronomen Kay Krömer ("Markt 16") um ein Haar nicht gegeben. Krömer ist der letzte heimische Gastronom, der für die Stadtfete noch Geld in die Hand nimmt. Die Partner der unmittelbar vorangegangenen Jahre rühren keine Hand mehr. Weil Krömer, der nach eigenen Worten bereits 2007 zugebuttert hatte, 2008 noch etwas bieten wollte, hat er sich mit einem hannoverschen Veranstalter zusammengetan, der schon seit den 1990-er Jahren beim "Trubel" auf dem Marktplatz präsent ist. Nach Stadthagen geholt wird der Gastronom von der Leine, weil er laut Krömer auch Geld mitbringt. Jedenfalls wird der eintägige Rumpf von "Pflastertrubel 2008" am 30. August laut Krömer der letzte seiner Art werden. Der Gastronom signalisierte auf Anfrage, dass er vom 26. Stadtfetenjahr an bereit sei, unter neuen Vorzeichen sich weiter zu engagieren. Nach den Willensbekundungen, die bis jetzt vorliegen, würde sich der Gastronom damit in der Gesellschaft der Stadtverwaltung und des Stadtmarketingsvereins SMS befinden. Sowohl Bürgermeister Bernd Hellmann als auch SMS-Vorstandsmitglied Carsten Bürgel haben auf Nachfragen bekundet, am Comeback der Stadtfete mitwirken zu wollen, die sie als Ereignis für Stadthagen für unentbehrlich halten. Versuche in diese Richtung hatte es nach Angaben der drei Sprecher bereits für den "Pflastertrubel 2007" gegeben. Dies war aber fruchtlos geblieben. Bürgel betonte, das SMS sei bereit, den Neustart zu organisieren. Die Stadtfete müsse allerdings qualitativ verbessert werden. Dazu gehört für ihn, dass die heimische Gastronomie sich "nicht nur beim Pflastertrubel, sondern auch bei anderen Veranstaltungen beteiligen" müsse. Für Bürgermeister Hellmann ist die Revitalisierung der Stadtfete "eine Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen". Das Stadtoberhaupt hat dabei nicht nur die Hauptmacher von morgen im Auge, sondern Bürger und Vereine, die auf dem Stadtfest ihr Programm für viele gestalten können sollen. An einem Abend im Jahr 1983 wurde der "Pflastertrubel" als Idee geboren. Die Väter der über lange Zeit überaus erfolgreichen Stadtfete heißen Henning Rühmkorf, Fritz Scheffer, Dieter Schulze und Norbert Kosse. Sie wollten "etwas für die jungen Leute tun", blickte Rühmkorf im Pressegespräch zurück. Der Start war grandios: "Drei Bühnen und ein proppevoller Marktplatz". "Unbedingt wieder machen" hatte die Presse getitelt, und es wurde weiter gemacht. In der Folgezeit ist das Organisatorenquartett aus Krankheitsgründen auf den in diesem Jahr verstorbenen Norbert Kosse und Rühmkorf geschrumpft. Dieses Duo hat die "goldenen neunziger Jahre" gemanagt, als der "Trubel" reichlich Sponsoren hatte und mit üppigen Programmen aufwarten konnte. Das bedeutete Auftritte von Bands, die zum Teil internationalen Ruf hatten - zum Beispiel die "Rattles". Damals gehörten mehrere tausend Leute vor einer der meist drei Bühnen zur festen Szenerie. Damals war der Trubel der Treff, zu dem sich unter anderem ehemalige Stadthäger in der alten Heimat verabredeten. Der Niedergang des "Trubels" ist für Rühmkorf jedenfalls die unmittelbare Folge der immer weiter nachlassenden Unterstützung durch Stadthäger Gönner. Besonders ärgert den ehemaligen Macher, dass die meisten heimischen Gastronomen dem "Trubel" immer sehr reserviert gegenüber gestanden hätten. Bei einem Neubeginn möchte Rühmkorf übrigens mithelfen.




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