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Streit um Schulzentrum Nord: Oberbürgermeisterin greift Landrat scharf an

Lippmann nennt Bartels „Verhinderer“

Hameln. 21,2 Millionen Euro – diese Summe steht als Kosten für das neue Schulzentrum Nord im Raum. „Das sprengt alles“, warnte bereits der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Ralf Wilde. Landrat Tjark Bartels (SPD) forderte zuletzt mehr „planerische Kreativität“ und so letztlich ein günstigeres Modell. Verwaltungschefin Susanne Lippmann, einst selbst für die SPD ins Rathaus eingezogen, reagiert auf den Vorstoß des Landrates – und geht diesen dabei scharf an: Sie wirft Bartels eine „Hinhalte-Taktik“ vor. Von „erheblicher Irritation“ im Rathaus ist die Rede. „Ich habe den Eindruck, dass der Landrat bewusst auf die Bremse tritt, um das Thema zu verzögern“, wird die OB zitiert. Der Landrat solle nun „auf den gemeinsamen Weg zurückkehren“. Die Stadt erwartet, dass der Landkreis die Hälfte der Kosten übernimmt.

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Lippmann schiebt den Schwarzen Peter für die letzte Kostensteigerung der Kreisverwaltung zu: „Gerade auf Betreiben des Landkreises ist doch ein externes Architekturbüro beauftragt worden, nachdem unsere Planung schon fertig war.“ Die Stadt habe „wesentlich günstiger“ geplant. Hätte der Landkreis Anfang 2013 – also noch zur Amtszeit des später ermordeten Landrats Rüdiger Butte – diese städtischen Planungen mitgetragen, „wäre das Schulzentrum heute schon längst im Bau“. Nun jedoch „könne jeder sehen, wohin planerische Kreativität führe“ – die Kosten seien von 16,5 Millionen Euro auf 21,2 Millionen Euro „in die Höhe geschnellt“.

Jetzt allerdings die Planung der Mosaik-Architekten in Frage zu stellen, komme – so die Mitteilung aus dem Rathaus – einem „Affront“ gleich: „Warum hat der Landkreis seine Überlegungen nicht rechtzeitig in die Begutachtung eingebracht?“, fragt Lippmann und betont, dass Vertreter der Kreisverwaltung bei allen Planungsschritten und in allen Gremien mit am Tisch gesessen hätten. „Welchen Nutzen hat denn die Beteiligung des Landkreises, wenn wir nach Beendigung des Prozesses von vorn anfangen?“

Sowohl Bartels als auch Wilde stellten zuletzt die Notwendigkeit eines Mensa-Neubaus in Frage: Erst 2009 ist die neue Mensa des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) eröffnet worden. Nun soll hier eine Bibliothek einziehen – und eine neue Mensa gebaut werden. Als Alternative stünde aber auf dem nahen und bald verwaisten Gelände der Linsingen-Kaserne auch noch eine erst sechs Jahre alte Kantine bereit.

Die Rathaus-Chefin bezweifelt, dass ein offener Ganztagsbetrieb ohne eine „auf dem Schulgelände befindliche, ausreichend dimensionierte Mensa“ funktionieren könne. Offenbar sei „das Grundprinzip der Planung nicht verstanden worden“: Die Mensa diene als Bindeglied zwischen der Integrierten Gesamtschule (IGS) und AEG, sie sei „als Aufenthaltsbereich im Ganztagsbetrieb konzipiert und bilde die bauliche Basis der darüberliegenden Klassenräume“. Wenn der Landrat wirklich „die beste Schule“ wolle, dürfe auf dieses Kernelement der Planung nicht verzichtet werden.

Auch mit der von Bartels geforderten funktionalen Ausschreibung kann Lippmann nichs anfangen. Den vermeintlichen Vorteilen stünden versteckte Kostenrisiken und ein „erheblicher Zeitaufwand“ bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und im Rahmen der Angebotswertung gegenüber. Zudem habe der Rat im März einen Beschluss gefasst – der Auftrag zur Ausschreibung sei bereits erteilt.

Die OB erwartet von Bartels nun, dass „der Landkreis jetzt seine Rolle als Verhinderer aufgibt und gemeinsam mit uns auf ein Ziel hinarbeitet“, statt Schüler, Eltern und Lehrkräfte „weiter zu verunsichern“. Die Stadt halte an ihren Planungen für das Schulzentrum Nord fest, „und ich fordere den Landkreis auf, auch zu seinem Wort zu stehen“, sagt Lippmann. 50 Prozent der Kosten soll der Kreis tragen. Bartels will allerdings 25 Prozent lediglich als Darlehen gewähren.

Wie geht es weiter mit dem Schulzentrum Nord? Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann schlägt nun gegenüber Landrat Tjark Bartels einen schärferen Ton an. Dana



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