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SPD geht auf Kandidatensuche

Lippmann hinterlässt viele Fragezeichen

Hameln. Die Frage steht seit Monaten im Raum, am frühen gestrigen Abend wurde sie beantwortet: Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann stürzt sich im kommenden Jahr nicht ein zweites Mal in den Kampf um das Hamelner Oberbürgermeisteramt. Manche Anschlussfrage jedoch blieb offen. Die drängendsten: Warum verzichtet Lippmann auf eine zweite Amtszeit? Wen bietet die SPD nun stattdessen als OB-Kandidaten auf? Und auch: Wie lange wird Lippmann tatsächlich noch im Amt bleiben?

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Bei der Frage nach den Motiven für ihren Verzicht blieb Lippmann im Ungefähren: Sie sprach von „reiflicher Überlegung“ und „einer Reihe privater Gründe“. Hinzu kam ein Verweis auf die Tatsache, dass sie, „bereits seit mehr als 20 Jahren das kommunale Geschehen in unterschiedlichsten Funktionen gestalten durfte“ – seit 2006 als „Oberbürgermeisterin dieser wunderbaren Stadt“. Zu ihrer weiteren Karriereplanung jedoch sagte die 53-Jährige im Grunde nichts: „Ich werde alle Angebote sorgfältig prüfen.“ Mehr war ihr nicht zu entlocken. Ob es bereits Angebote gebe? „Kein Kommentar.“ Seit zwei Wochen wird spekuliert, ob Lippmann als eine der vier Landesbeauftragen der rot-grünen Regierung in Frage kommt. Konkret, so munkelt man in der Landeshauptstadt, geht es um den Posten in Hildesheim. Bis Mitte November ist hier mit einer Entscheidung zu rechnen, war in der vergangenen Woche aus der SPD-Fraktion im Landtag zu hören. Lippmann schweigt zu dieser Option wie zu jeder anderen. Nur als Bürgermeisterin einer anderen Stadt, räumte sie ein, werde man sie wohl nicht erleben.

Auf null steht nun die Kandidatensuche der SPD. Der Hamelner Ortsverein nehme den Verzicht der parteilosen Oberbürgermeisterin „mit großem Bedauern zu Kenntnis“, sagte dessen Vorsitzender Herbert Meistering in der gemeinsamen Pressekonferenz im Rathaus und lobte ihre Verdienste, insbesondere die Fußgängerzonen-Sanierung, Millioneninvestitionen in die Schulen sowie der Aufbau der Familienberatung und das FiZ. Nun müsse für die SPD „Plan B“ greifen. „Im Zuge der Gespräche“ mit Lippmann habe er von ihrem Entschluss erfahren, sagte Meistering. Eine Findungskommission der Partei jedoch sollte sich erst am gestrigen Abend gründen.

Voraussichtlich am 25. Mai 2014 wird nun Lippmanns Nachfolger gewählt. „Ein gutes halbes Jahr ist für die Kandidatenfindung und den Wahlkampf eine ausreicheichende Zeit“, ist Meistering überzeugt. Die CDU hat bisher lediglich angepeilt, bis Jahresende einen Namen zu nennen.

„Das ist für mich heute nicht der Abschied aus dem Amt“, betonte Lippmann gestern mehrfach. Für ein Resümee sei es noch zu früh, ein Abschied von ihrem Wohnort Hameln derzeit nicht geplant. Ihre Amtszeit ende am 31. Oktober 2014. Sie freue sich auf das verbleibende Jahr. Gleichwohl: „Festgekettet“ sei im Amt niemand. Die neuen Landesbeauftragten sollen ihre Arbeit übrigens bereits am 1. Januar aufnehmen.

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