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Einschulung: Linkshänder müssen speziell ausgerüstet werden / Expertin: Umerziehen gefährlich

Links vor rechts -überhaupt kein Problem

Lindhorst (gus). Die Einschulung ist ein entscheidender Einschnitt in die Kindheit. Die Erstausstattung für den Unterricht ist deshalb eine wichtige Sache. Umso mehr dann, wenn ein ABC-Schütze Linkshänder ist. Die Lindhorsterin Cerstin Bayer vom "Laden für linkshändige Kinder" (Lafüliki) erklärt, worauf zu achten ist.

Wenn ein Kind ins Einschulungsalter kommt, steht laut Bayer in aller Regel fest, ob es links- oder rechtshändig arbeitet. Das Wichtigste: Der jeweiligen Veranlagung darf nicht entgegengewirkt werden. Denn ein Umerziehen kann laut Bayer schwerwiegende Störungen nach sich ziehen - von Lese- und Rechtschreibschwächen über Konzentrationsstörungen bis hin zu Stress-Symptomen wie Fingernägelkauen. Der Grund für die Probleme, die bis ins Erwachsenenalter fortbestehen, ist, dass jeweils die der Schreibhand gegenüberliegende Gehirnhälfte dominiert. Wird also umerzogen, vollzieht sich auch ein Wechsel bei den Koordinationsabläufen im Gehirn. Und das hat nach Worten Bayers zur Folge, dass ein umerzogenes Kind 30 Prozent mehr Aufwand betreiben muss - eine Starthypothek, die nicht zu kompensieren ist. Dabei ist eine linkshändergerechte Erstausstattung gar nicht so kompliziert - und auch nicht teurer als das entsprechende Rechtshänder-Material. Eigentlich müssen nur vier Utensilien, die speziell für Linkshänder entwickelt worden sind, in die Schultasche. Schreibunterlage: Eine Linkshänder-Schreibunterlage unterscheidet sich von einer herkömmlichen Unterlage durch eine schräge Anlege-Schiene. An dieser werden Schreibhefte positioniert, damit die Hand beim Schreiben nicht über die frische Schrift wischt. Außerdem sind darauf mehrere Markierungen für die korrekte Schreibhaltung angeordnet. Anspitzer: Die Schreibhand dreht den Stift beim Anspitzen mit der Kraft vom Körper weg. Nimmt ein Linkshänder einen normalen Anspitzer, ermöglicht dieser kaum Spielraum. Es kommt laut Bayer zum wenig effektiven "Wringen". Deshalb ist beim Linkshänder-Spitzer das Schneideblatt entgegengesetzt eingebaut - die Schreibhand kann mit Kraft vom Körper wegdrehen. Schere: Damit Linkshänder beim Ausschneiden die Kante der Schere beobachten können, an der das Papier durchtrennt wird, sind die Klingen anders angeordnet als bei Rechtshänder-Scheren. Mit einer herkömmlichen Schere würde ein Linkshänder zu anatomisch ungesundem Handverdrehen neigen. Lesehilfe: Eine Linkshänder-Lesehilfe sieht aus wie ein Blitzsymbol. Der Bogen ist dazu gedacht, dass die Buchstaben in der korrekten Reihenfolge gelesen werden. Denn Linkshänder orientieren sich beim Lesen und Schreiben nicht von links nach rechts, sondern von rechts nach links. Später in der Schullaufbahn ist es laut Bayer sinnvoll, mit speziellen Linealen, Füllern, Blöcken und sogar Tastaturen und Computer-Mäusen nachzurüsten. Bis zum Ende der zweiten Klasse reichen die vier genannten Utensilien aber vollkommen aus. Die Preise für Linkshänder-Instrumente bewegen sich im selben Bereich wie die herkömmlichen Schulmaterials. Eine Lesehilfe kostet beispielsweise zwei Euro. Öffnungszeiten: Der "Laden für linkshändige Kinder" in Lindhorst, Schöttlinger Straße 7a, hat immer dienstags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem können für donnerstags telefonisch unter (05725) 59 50 Termine zur Schreibberatung vereinbart werden. Mehr Informationen zum Linkshänderbedarf gibt esauf der Seite www.lafueliki.de.




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