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Nur wenige ältere Mitbürger aus Rinteln nutzen das Angebot der Händler

Lieferservice fast ohne Resonanz

Rinteln. Ob vom Italiener, Griechen, Kroaten, Chinesen, ob Essen auf Rädern oder Partyservice – in Rinteln und den Ortsteilen gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, sich mit Essen beliefern zu lassen. Aber wie sieht es mit Gütern des täglichen Bedarfs aus?

Autor:

Peter Blaumann
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Rinteln. Ob vom Italiener, Griechen, Kroaten, Chinesen, ob Essen auf Rädern oder Partyservice – in Rinteln und den Ortsteilen gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, sich mit Essen beliefern zu lassen. Aber wie sieht es mit Gütern des täglichen Bedarfs aus?

Der demografische Wandel führt zum Sinken der Einwohnerzahl in der Kernstadt von Rinteln und den Ortsteilen. Die Folge ist ein Ausbluten der Infrastruktur. Läden werden geschlossen, die Bürgerinnen und Bürger müssen weite Wege zur Versorgung auf sich nehmen. Wer kein Auto besitzt, ist auf den Bus angewiesen, was oft beschwerlich ist. Dies betrifft besonders ältere Menschen in den Ortsteilen. Die Nahversorgung in allen Ortsteilen sicherzustellen, ist eine große Herausforderung für die Stadt Rinteln.

Dank einer Vielzahl von Lieferangeboten ist in allen Ortsteilen die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs für Jung und Alt ohne eigenes Auto möglich. Dieses Angebot hat die Demografiebeauftragte der Stadt Rinteln, Linda Kristin Ruppel, in einer Broschüre zusammengefasst, die im Bürgerbüro, in den Verwaltungsstellen der Ortsteile, im Rathaus und im Familienzentrum zu bekommen ist.

Wolfgang Korff vom gleichnamigen Getränkehandel belädt seinen Kombi für die nächste Auslieferungstour. Ein Neukunde nutzt nach Erscheinen der Broschüre den Lieferservice.

Der Kunde kann Waren von zu Hause aus einkaufen. Das geht entweder telefonisch oder über das Internet. Die Waren werden dann vom Anbieter zu einem vereinbarten Termin ins Haus geliefert. Die Bezahlung erfolgt per Rechnung, EC-Karte oder in der Regel bar direkt an der Tür. Die Kosten für die Belieferung sind bei einer Mindestbestellung ab 25 Euro häufig frei. Das Liefergebiet umfasst das Stadtgebiet von Rinteln und die Ortsteile. Ausnahmen bilden der Hofladen von Bauer Giese, der im Umkreis von zehn Kilometern um Rinteln liefert, und Kampmeiers Hofladen, der im Umkreis von zehn Kilometern um Uchtdorf die Waren zustellt.

Dadurch ist es ohne eigenes Auto möglich, sich mit Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen. Natürlich kann der Lieferservice den Besuch beim Einzelhändler und den Klatsch an der Ladentheke nicht ersetzen. Darum bringen einige Anbieter die Ware nach dem Einkauf im Markt auch nach Hause.

In Rinteln, Krankenhagen, Exten, Uchtdorf und Eisbergen gibt es zurzeit 12 Läden, die Bestellungen telefonisch entgegennehmen und ins Haus liefern. Nur der Marktkauf bildet eine Ausnahme. Dort ist eine telefonische Bestellung nicht möglich. Die vor Ort eingekaufte Ware wird aber nach Absprache nach Hause geliefert. Zehn bis 15 Aufträge verzeichnet Marktkauf pro Woche. Einen besonderen Service bietet der Jibi-Markt in Krankenhagen an. Nach Absprache wird der Kunde mit der Ware nach Hause gefahren.

Aber wie wird der Lieferservice von den älteren Bürgerinnen und Bürgern angenommen? „Die Resonanz für den Lieferservice ist bis jetzt sehr schwach, und das, obwohl wir eine Pauschale von nur 1,50 Euro unabhängig vom Umfang des Einkaufs berechnen“, verrät Veit Rauch, Inhaber der Fleischerei Rauch in Rinteln. „Die Zahlen, die diesen Service nutzen, sind sehr gering. Der Service wird trotzdem weiter angeboten“, sagt Falk Giese vom Hofladen Bauer Giese in Exten. „Vielleicht wird dieser Service zu wenig beworben und ist deshalb zu wenig bekannt? Wir haben die Beobachtung gemacht, dass ältere Menschen häufig zu uns in den Hofladen kommen, und sich dabei von ihren Kindern oder Enkeln fahren lassen, weil es selbst nicht mehr geht.“ Die Resonanz bei Lieferanten wie Jibi-Markt in Rinteln, Kleine Markthalle in der Weserstraße, Kampmeiers Hofladen in Uchtdorf, Mohrmanns Hofladen in Exten und Edeka-Markt in Eisbergen fällt mit eins bis fünf Kunden pro Woche ebenfalls bescheiden aus. Auch Getränke Korff und Getränke-Quelle in Rinteln haben kaum Neukunden dazugewonnen.

Eine größere Resonanz verzeichnet das Reformhaus Korf in der Weserstraße. „Wir haben schon immer einen Lieferservice angeboten. Wir sammeln die Bestellungen und liefern einmal in der Woche aus. Unser Liefergebiet erstreckt sich von Rinteln über Hessisch Oldendorf bis Fischbeck. Durchschnittlich zehn Kunden nehmen diesen Service in der Woche wahr“, so Inhaberin Sabine Herde.

Das Angebot der Mobilen Biokiste in der Walter-Maack-Straße wird nicht nur von älteren Mitbürgern genutzt, sondern auch von jungen Familien, Paaren, Singles in Rinteln, Bückeburg, Auetal und Porta Westfalica. „Kisten mit Obst, Gemüse, Kartoffeln, Eier, Brot, Fleisch und vieles mehr kann rund um die Uhr in unserem Internet-Shop bestellt werden“, erklärt Sabine Sondermann. „Es gibt Kisten für Kleinkinder, stillende Mütter oder spezielle Kisten ohne blähende und allergieauslösende Gemüse- und Obstsorten. Geliefert wird wöchentlich, 14-tägig oder im beliebigen Rhythmus. Wir legen Wert auf Produkte in geprüfter Bioland-Qualität aus unserer Region“, beschreibt Sondermann ihr Angebot.

Fazit: Durch den Lieferservice von insgesamt 13 Anbietern in Rinteln und den Ortsteilen können ältere Mitbürger eine große Vielfalt von Waren des täglichen Bedarfs telefonisch bestellen und sich ins Haus liefern lassen. Das Angebot wird aber nur wenig genutzt, weil es in der Bevölkerung, besonders in der älteren Einwohnerschicht, kaum bekannt ist. Das wird sich nur ändern, wenn der Lieferservice entsprechend beworben wird.

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