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Dorfgemeinschaftshaus soll an Trägerverein übergeben werden

Liebevolle Gabe oder doch bloß finanzielles Trojanisches Pferd?

Borstel (la). Die Gemeinde Auetal möchte das Dorfgemeinschaftshaus in Borstel, wie schon die Häuser in Raden und Rannenberg, in die Hände der Dorfgemeinschaft oder an einen dafür zu gründenden Trägerverein übergeben. Bürgermeisterstellvertreter Karl-Heinz Büthe war deshalb zur Jahresversammlung der Dorfgemeinschaft gekommenund trug das Anliegen der Gemeinde den Mitgliedern vor.

Findet sich ein Trägerverein, der das Dorfgemeinschaftshaus in B

"Aufgrund der allgemeinen Finanznot der Kommunen und wegen notwendiger Konsolidierungsmaßnahmen haben wir bereits die Dorfgemeinschaftshäuser in Raden und Rannenberg sowie das Feuerwehrgeräthaus in Hattendorf an Trägervereine übergeben", sagte Büthe. Er wolle nun von den Mitgliedern der Dorfgemeinschaft Borstel hören, ob sie sich ebenfalls eine Übernahme des Gebäudes vorstellen könnten. "Natürlich wird das Dorfgemeinschaftshaus vorher saniert", erklärte Büthe. Im Gemeindehaushalt 2008 seien dafür bereits 46 000 Euro bereitgestellt worden, und der Bauausschuss habe diesen Posten auch schon bewilligt. "Natürlich steht hier noch die Zustimmung des Rates aus", sagte Büthe. Die Gemeinde würde dem Trägerverein nach der Übergabe einen jährlichen Zuschuss für Strom, Heizung, Wasser und weitere Bewirtschaftungskosten zahlen, müsse sich dann aber nicht mehr mit der Verwaltung der Häuser beschäftigen. "Das wäre für uns eine enorme Arbeitsentlastung, und so könnte die Gemeinde sparen", so Büthe. "Wir müssen zunächst prüfen, ob diese liebevolle Gabe nicht zum finanziellen Trojanischen Pferd für die Dorfgemeinschaft werden kann", warf Helmut Büttner warnend ein. Man müsse genau feststellen, welche Reparaturen in Zukunft noch anfallen könnten und welche Kosten die Gemeinde dann weiterhin übernehmen würde. "Wir wollen in der Verwaltung weniger mit der Bearbeitung zu tun haben. Kleine Reparaturen müssten Sie selber ausführen, größere übernimmt weiterhin die Gemeinde", erläuterte Büthe. Wenn sich das Dorfgemeinschaftshaus in den Händen einer Trägerschaft befände, würde es sicherlich auch belebter werden. "Es würde öfter vermietet und sicher noch besser gepflegt", meinte Büthe. Hans-Werner Gerber schlug vor, einen Arbeitskreis zu gründen, der sich mit dem Thema beschäftigen und die Absprachen mit der Verwaltung treffen soll. "Wir müssen das jetzt machen, denn es ist eine Chance, die wir nicht wieder bekommen. Der Haushalt und die zu erwartenden Fördermittel machen die Sanierung möglich", so Gerber. "Ich denke, wir sind jetzt ausreichend informiert und werden uns Gedanken dazu machen und uns austauschen", sagte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Rudolf Kuhlmann. Im Frühjahr soll eine weitere Versammlung einberufen werden. Vielleicht können bis dahin Verantwortliche gefunden werden, die den Trägerverein gründen. Eine positive Nachricht hatte Büthe für die Dorfgemeinschaft mitgebracht: "Die Materialkosten für die geplanten Renovierungsarbeiten im Hauptraum des Dorfgemeinschaftshauses trägt die Gemeinde." In Eigenleistung wollen die Mitglieder der Dorfgemeinschaft den Rauputz erneuern, die Decke abhängen und neue Lampen installieren.

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