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Wie erziehe ich mein Kind richtig?

Liebe und Autorität sind die Vorgaben

Obernkirchen (sig). Von diesem Thema weiß man, dass es auch noch im nächsten Jahrtausend aktuell sein wird. Mehr noch: Es wird die gesamte Menschheitsgeschichte begleiten. Was mache ich eigentlich falsch, wenn ich Probleme bei der Erziehung meines Kindes bekomme? Bin ich zu streng oder lasse ich zuviel zu? Diese Fragen hat sich jede Mutter und auch jeder Vater sicherlich schon mehr als einmal gestellt. Mit Wolfgang Bergmann bemühte sich jetzt in Obernkirchen ein bekannter Buchautor, die richtigen Antworten zu geben.

Gastgeber bei dieser Veranstaltung in der Roten Schule war das "Lokale Bündnis für Familien". Wolfgang Bergmann ist dreifacher Vater, leitet in Hannover ein Institut für Kinderpsychologie und Lerntherapie und ist Gründer sowie Leiter von Fachzeitschriften und Buchreihen. Auf der Suche nach dem richtigen Weg zwischen engen Grenzen und eingeräumten Freiheiten stellt der erfahrene Kinderpsychologe fest: "Kinder brauchen nicht noch mehr Druck und Grenzen, sondern vielmehr Führung, Verlässlichkeit und liebevolle Fürsorge, kurz: Sie brauchen gute Autorität!" Gemeint ist jenes Durchsetzungsvermögen, das dazu beiträgt, Kinder zu sozialen, einfühlsamen und zugleich selbstbewussten Persönlichkeiten zu erziehen. Falsch verstandene Elternliebe und mangelnde Erziehung können durchaus fatale Folgen für die weitere Entwicklung der Sprösslinge haben. "Die gegenwärtige Elterngeneration ist sich bei der Erziehung sehr unsicher, mehr den andere Generationen vorher", behauptet Wolfgang Bergmann. Nicht umsonst gebe es derzeit an die 800 verschiedenen Bücher, die sich als Ratgeber in Erziehungsfragen empfehlen. Was darin auch immer geschrieben werde: Zuerst benötigten die Kinder in jedem Fall erst einmal die mütterliche und väterliche Zuneigung sowie Liebe und danach den Gehorsam. "Was uns in der Kindheit an Wunden zugefügt wurde, geben wir weiter an unsere Kinder, weil sich diese Wunden nicht schließen", ist sich Bergmann sicher. Das Gefühl, mein Vater oder meine Mutter lieben mich nicht, nehme man noch mit ins Grab, versicherte der Psychologe. Eine positive Beziehung zu den Eltern sei im Kern des kindlichen Gefühls verankert. Sie sei die Substanz des Selbstbewusstseins eines Kindes. Bergmanns Warnung: "Beschädigen Sie diese Substanz nicht! Sonst bekommen Sie ein großes Problem." Gute Eltern seien nicht nur stark, sondern auch mutig und durchsetzungsfähig. Kinder wollen beschützt werden und auf gleicher Höhe mit den Eltern stehen. Mama und Papa seien nun einmal die wichtigsten Verbindungsfiguren zum Leben. Bergmann weiter: "Die Ordnung, die ich dem Kind vermittle, gibt ihm Geborgenheit und Sicherheit. Wenn das Kind vorher nachhaltig verletzt oder enttäuscht wurde, könne in der Pubertät Feindseligkeit aufbrechen. Das sollte man möglichst verhindern. Bergmann ging auch kurz auf sein bereits in der 3. Auflage erschienenes Buch "Autorität" ein. Darin bezeichnet er als das eigentliche Problem der Kinder von heute ihre Orientierungslosigkeit, die ihnen alles gleich erscheinen lasse, sie mutlos, müde und traurig, aber zugleich auch maßlos mache.




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