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Lauenauer Clubs nehmen Abschied von einer langen Tradition

Letzte Krönung bei den Keglern

Lauenau (nah). Nach mehr als 40 Jahren ist im Flecken Lauenau eineÄra zu Ende gegangen: Seit 1967 haben örtliche Kegelclubs in monatlichen Wertungen ihre jeweils Besten ermittelt, Pokale verliehen und stets auch ein Königspaar gekürt. Doch der Kugelsport auf der Bohle verlor zuletzt immer mehr Anhänger: Von einst 23 Gruppen, die sich in der "Gemeinschaft derLauenauer Kegelclubs" befanden, sind heute nur noch vier übrig geblieben.

"Wir lassen die Wettbewerbe ruhen", hatte Präsident Werner Benz deshalb unter dem zustimmenden Nicken der verbliebenen Kegler beschlossen. Das machte einige der knapp 30 Anwesenden bei einem letzten offiziellen Treffen schon etwas wehmütig. Denn die Tradition des Freizeitsports ist im Flecken seit fast 120 Jahren dokumentiert: 1889 wurde der heute noch bestehende Klub "Harmonie" gegründet. Früher rollten die Kugeln in Lokalen am "Rundteil" und am "Felsenkeller". In den sechziger Jahren baute dasörtliche Möbelunternehmen "Casala" eine damals hochmoderne Zweibahnenanlage. Doch im Zuge der Veränderungen rund um den heutigen Marktplatz wurde das Gebäude später wieder abgerissen. Seither rollen die Kugeln auf den vier Bahnen des Sportkeglervereins "Auetal", die dem Gasthaus "Enzianstübl"angegliedert sind. Dort treffen sich zwar weitere rund 25 Gruppen ein- oder zweimal monatlich; aber keine schloss sich den eher sportlich orientierten Traditionsklubs an. "Regelmäßig 60 oder gar 100 Kugeln zu werfen, ist schon eine körperliche Anstrengung." Benz sieht zudem andere Gründe, warum das Kegeln aus der Mode gekommen ist. Beim heute eher favorisierten Bowling sei man nicht in terminliche Regelmäßigkeiten eingezwängt: "Da können sich Leute nach Lust und Laune spontan treffen." Hinzu komme, dass immer mehr Menschen sich nicht mehr in Vereinspflichten einbinden lassen wollen. Das Tal, das Lauenaus Traditionssport momentan durchlebt, istübrigens anderswo schon seit längerem erreicht: Die Fortsetzung des einst mit Rodenberg gepflegten Turniers um den Samtgemeindepokal sei zuletzt daran gescheitert, weil die Deisterstädter nicht mehr die geforderte zehnköpfige Mannschaft zusammenbrachten. Vorbei ist auch die Zeit, in der gerade der jährliche Keglerball das größte gesellschaftliche Ereignis im Flecken bildete: 1969 hatte die frisch gegründete Gemeinschaft diese Tradition ins Leben gerufen - sogar mit Kleiderordnung und begrenztem Kartenkontingent, weil die Nachfrage so groß war. Die letzte Ballnacht in 2001 wollten dagegengerade noch 60 Gäste erleben. Der seit gut 15 Jahren amtierende Präsident Benz steht am Ende einer langen Reihe, die Gründer Heinrich Jordan begann und die die Nachfolger Erich Rosenthal, Helmut Rabe, Hans-Dieter Reisse, Siegfried Zeuner, Peter Schimmel und Jürgen Krügel fortsetzten. Aber so ganz will Benz noch nicht aufgeben: "Vielleicht ändern sich die Zeiten ja wieder." Deshalb wird die Gemeinschaft bis auf weiteres nur ruhen.




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