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Musik und Wort in einem besonderen Gottesdienst

Lesung ohne Predigt

Großenwieden. Eine besondere Form des Gottesdienstes konnten Besucher am Sonntag, 9. November, um 11 Uhr in Großenwieden in der St.-Mat-thaei-Kirche erleben. Der Gottesdienst war überschrieben mit „Musik & Wort“.

Zum Eingang erklang von der Orgel das besinnliche Stück „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ von Buxtehude. Danach begrüßte Pastorin Dayana Hawkins die Anwesenden und wies auf die besondere Form des Kommenden hin.

Zur Einstimmung auf die Lesung spielte dann Elena Yakovleva die Suite für Cello-Solo C-Dur, Bachwerteverzeichnis 1009 von Johann Sebastian Bach. Marianne Rabach las den ersten Teil der Erzählung „Der Mann, der Bäume pflanzte“ von Jean Giono. Jean Giono war ein französischer Schriftsteller, er lebte von 1895 bis 1970.

Der Erzähler befindet sich anfangs des 20. Jahrhunderts auf einer Wanderung durch eine besonders karge Gegend in der Houte Provence. Auf der Suche nach Wasser trifft er auf einen einsamen Schafhirten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in diesem Teil des Landes Bäume zu pflanzen. Der Hirte ist ein ehemaliger Bauer, der, nachdem ihm Frau und Kind gestorben sind, seinen Hof verlassen hat, um hier in der Einsamkeit mit seinen Schafen zu leben.

Der Wanderer erfährt, dass sein Gastgeber in den letzten drei Jahren 100 000 Eicheln gesetzt hat, von denen etwa 20 000 angegangen sind. Er rechnet damit, dass von diesen 20 000 etwa 10 000 Bäume überleben werden.

Er gibt zu verstehen, dass, falls ihm Gott noch weitere 30 Jahre schenkt und er so fortfahren könne wie bisher, der Verlust von 10 000 Setzlingen nur gering wäre.

Durch sein Tun möchte er verhindern, dass dieses Land gänzlich stirbt, weil es keine Bäume gibt. Weitere Besuche des Wanderers im Verlauf der Jahrzehnte, die ihm die allmähliche Veränderung der Landschaft offenbaren, werden in der Geschichte erzählt, die damit endet, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Gegend bewaldet ist und die Forstverwaltung die entstandenen Wälder unter Staatsschutz stellt und mit angestellten Aufsehern dafür sorgt, Abholzungen zu verhindern. Die Erzählung wurde in drei Teilen vorgetragen. Zwischen den einzelnen Abschnitten und am Ende des letzten Teils erklangen Musikstücke von Bach, Veracini und Schumann. Für die musikalische Ausgestaltung sorgten Elena Yakovleva, Violoncello und Brigitte Arens, Orgel.

Wessen Interesse jetzt geweckt worden ist, der bekommt am Freitag, 28. November, um 19 Uhr im „Wort-Klang-Konzert“ in der Petrikirche in Krückeberg die Gelegenheit, die Vortragenden zu erleben.




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