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Bremer Landschulheim feiert 40-jähriges Bestehen / "Ihr seid einfach Spitze!"

Lernen mit Herz, Hirn und Hand

Rinteln (cok). Oben am Wald, mit dem schönsten Blick über Rinteln und das Wesertal, liegt das Bremer Landschulheim, bereit, Schulklassen aus dem kleinen Bundesland eine anregende Ferienzeit zu bieten. Zum 40. Jubiläum, das am Wochenende gefeiert wurde, kamen natürlich auch Gäste aus Bremen angereist, um mitzufeiern.

Helmar Nürnberg (hinten) blickt als Vorsitzender des Schullandhe

Und in Feierlaune waren alle, mit Flohmarkt, Tombola und Erbsensuppe, mit lustigen Sketchen, die Schüler aus drei Bremer 6. Klassen inszenierten, und mit Lobgesängen auf Heimleiter Günter Wenske und seine liebenswürdige Frau Rita, die beide seit sechs Jahren mit voller Energie dafür sorgen, dass sich die unterschiedlichsten Kinder- und Jugendlichengruppen wohlfühlen können. Die Geschichte des Schullandheimes ist durchaus bewegt und hat auch Krisen aufzuzeigen, die gerade erst so einigermaßen dabei sind, wieder in ruhiges Fahrwasser überzugehen. Nachdem die Stadt Bremen, Gründerin des Heimes, dieses aus Kostengründen hatte schließen wollen, gründete sich eine private Initiative aus Eltern und Lehrern, die - als "Schullandheim Huchting e.V." - ehrenamtlich die Regie übernahmen, so dass bis heute 98 Stadtkinder gleichzeitig einen Ort mitten in der Natur haben, zumSpielen, Lernen und gemeinsam Abenteuer erleben. Bis Ende der achtziger Jahre war das Schullandheim regelmäßig sogar in den Ferien ausgebucht und die Rintelner Eheleute Würfel, damalige Heimleiter, kamen kaum dazu, mal Atem zu schöpfen, so erzählte es auf anregende Weise der 1. Vorsitzende der Initiative, Helmar Nürnberg. Von Montag bis Montag verlief der jeweilige Aufenthalt der Gruppen, meistens sogar in den Ferien - ein freies Wochenende gab es nicht. Dasänderte sich mit Beginn der neunziger Jahre. Die wenigsten Lehrer waren noch bereit, auch übers Wochenende mit ihren Schulklassen zu verreisen, ja, nach und nach verzichteten viele Schulen ganz auf diese Möglichkeit des Schullandaufenthaltes - wohl auch deshalb, weil die zum großen Teil bereitsetwas in die Jahre gekommenen Pädagogen mit den oft schwierigen Kindern nicht mehr zurechtkamen. Dazu sparte die öffentliche Hand an Unterstützungsgeldern - es sah gar nicht rosig aus für die Zukunft des Heimes. "Aber wir glauben, dass es bald wieder besser wird!", betonte Helmar Nürnberger. Nicht nur fand er für das engagierte Heimleiterpaar Wenske keine anderen Worte als ein herzliches "Sie sind einfach Spitze!", sondern er blickte auch mit Optimismus auf eine neue, junge Lehrergeneration, die dazu bereit sei, den "Schullandheimgedanken" weiterzuführen, das heißt - denKindern in offenen, spielerischen Lernsituationen unmittelbare Erfahrungen mit Pflanzen, Tieren, mit Wasser, Erde und frischer Luft zu ermöglichen, und zugleich ein kleines Training im sozialen Zusammenleben zu absolvieren. "Lernen mit Herz, Hirn, Hand und allem, was Ihr seid!", so formulierte es die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm, die ebenso wie Rintelns stellvertretende Bürgermeisterin Nina Weißer ihren Glückwunsch überbrachte.

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