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Einwohner in Häusern rund um Fußgängerzone werden rar / Schlechte Bausubstanz schreckt oft ab

Leerstehende Wohnungen werden zum Problem

Bad Münder (gö). Mehr als 25 Jahre liegt die Stadtsanierung zurück. Doch die schönen Fachwerkfassaden der Häuser rund um die Fußgängerzone sind oft nur noch eine leere Hülle. Viele Gebäude stehen leer, lassen sich von ihren Besitzern weder als Wohnraum noch als Ladenfläche vermieten. Eine Entwicklung, die viele Beobachter mit großer Sorge verfolgen.

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Dass die zur Verfügung stehenden Wohnungen nur schwer zu vermieten sind, hat vielerlei Gründe. Schaut man etwa in die Obertor- und Petersilienstraße, liegt die Raumhöhe in den historischen Gebäuden oft nur bei 1,90 Metern und teilweise gar noch darunter. Als die Häuser im 17. oder 18. Jahrhundert gebaut wurden, waren die Menschen eben durchschnittlich viel kleiner als heute. „Hier müsste man eigentlich aus zwei Etagen ein Geschoss mit Loft machen“, heißt es bei Maklern.

Es ist aber oft auch der Zustand der Wohnungen, der eine Vermietung nicht zulässt: fehlende Heizung, keine Balkone, Tageslicht nur an zwei Seiten, keine Parkplätze und Garagen. Annehmlichkeiten, auf die auch Altstadtbewohner heute in der Regel nicht mehr verzichten wollen.

Vielfach schrecken Eigentümer vor den hohen Investitionen zurück und belassen die Häuser, wie sie sind. Da eine Reihe von Immobilienbesitzern zudem gar nicht in der Kurstadt oder der näheren Umgebung wohnt, ist die Bereitschaft, Geld für die Sanierung in die Hand zu nehmen, oft noch weniger ausgeprägt. Beispiele finden sich zuhauf – etwa an Echternstraße, Deisterallee oder Marktstraße.

Niedrige Geschosse kennzeichnen die Fachwerkhäuser in der Petersilienstraße.

Probleme bereiten auch die strengen Auflagen im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz. „Ich habe für eine Nutzungsänderung in meinem Haus an der Marktstraße einen Antrag beim Landkreis gestellt und wurde acht Monate hingehalten. Dann habe ich die Akte geschlossen“, klagt Mario di Tullio, Inhaber des Eiscafé Andria. Selbst bei einem Quadratmeterpreis von fünf Euro findet er für das Ladenlokal und die Wohnung trotz der Toplage keine Mieter. So wolle er jetzt mit seinem Sohn dort selbst neue Wege gehen.

Di Tullio prangert vor allem die überbordende Bürokratie beim Landkreis an und fordert die Stadt auf, sich einzuschalten. „Die Bürgermeisterin muss zusammen mit den Geschäftsleuten handeln, und zwar zügig, ehe es zu spät für Bad Münder ist.“

Ein anderer Geschäftsmann aus der Nachbarschaft, der namentlich nicht genannt werden möchte, sieht trotz allem einen Hoffnungsschimmer für die Innenstadt. „Es wird die Zeit kommen, in der viele Familien die hohen Mieten in den größeren Städten wie Hannover und Hameln nicht mehr bezahlen können. Das ist unsere Chance.“

Dieses Wohnhaus Echternstraße 14 fristet unbewohnt seit Jahren ein tristes Dasein.

Fotos: gö



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