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Kein Supermarkt mehr vor Ort – Flegesser planen Food-Kooperative / Vereinsgründung vorgesehen

Lebensmittel in Sammelbestellung: aber bitte Bio

Flegessen (st). Statt zu jammern, dass es in Flegessen keinen Supermarkt und kein Lebensmittelgeschäft mehr gibt, haben sich bislang 15 Einwohner zusammengeschlossen, um in Zukunft gemeinsam Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf zu bestellen – günstig beim Großmarkt. Bedingung: Die Produkte müssen Bioqualität besitzen. Ein solches Modell – eine sogenannte Food-Kooperation – ist erstmalig vor über 20 Jahren in der Umweltbewegung entstanden. Marion Hecht will es in den Süntel bringen.


„Jeder im Ort kann mitmachen und Lebensmittel bestellen.“ Nur in den noch zu gründenden Verein muss ein Interessierter eintreten. Das habe verschiedene rechtliche und organisatorische Gründe, weiß Hecht. Als Food-Kooperationen sei es ratsam, deutlich zu machen, dass man als geschlossene Gruppe agiert und nicht an Außenstehende verkauft – dann hätte man auch nichts mit dem Gesundheitsamt zu tun. Auch das Gewerbeamt hätte kein Interesse, da die Kooperation keinen Gewinn erwirtschaften will. Solche Kriterien würden dann in der Vereinssatzung festgehalten.

Von den potenziellen Mitgliedsbeiträgen würde die Vereinigung einen Raum unterhalten, in dem die Ware gelagert werden könnte, bis sie an die Besteller ausgegeben wird. Ein eigener von Mitgliedern geführter Laden ist nicht vorgesehen. „Wir wollen eine reine Bestell-Kooperation sein“, sagt Hecht.

Neben der Vor-Ort-Versorgung mit Lebensmitteln zu günstigen Großmarktpreisen steht laut Hecht auch ein Ideal dahinter. „Es geht um biologisch angebaute Produkte, die wir möglichst aus der Region beziehen. Wenn wir Produkte direkt aus dem Ort kriegen können, dann stimmen wir darüber ab, ob wir das tun wollen.“ Neben der Unterstützung der heimischen Landwirtschaft sollen kurze Lieferwege für eine Reduktion der Emissionen sorgen.

Kennengelernt hat Hecht diese Form der Versorgung während ihres Studiums zur Permakultur-Designerin. Ein Seminar fand im Ökodorf Sieben Linden bei Wolfsburg statt. „Dort funktioniert das seit 13, 14 Jahren wunderbar“, so die Studentin und vierfache Mutter. Ihr Studienfach beschäftigt sich mit ethisch basierten Leitsätzen und Prinzipien zur Planung, Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume.

Am Dienstag, 19. Januar, will Hecht mit ihren momentanen Mitstreitern die Idee der Food-Kooperative im Hofcafé Sanddornstuben vorstellen und weitere Mitglieder für die Kooperation gewinnen. Interessierte treffen sich dort um 20 Uhr.

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