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Die PLSW baut einen „kleinstbäuerlichen Betrieb“ in Nordsehl auf

Lebenshilfe macht Landwirtschaft

Nordsehl. Immer mehr kleinbäuerliche Betriebe verschwinden aus den Dörfern. Die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) geht jetzt einen anderen Weg und baut einen „werkstattnahen kleinstbäuerlichen Betrieb“ in Nordsehl auf. Dort sollen künftig PLSW-Mitarbeiter Land- und Viehwirtschaft betreiben und sie als „integralen Bestandteil unseres Ökosystems begreifen“, wie es PLSW-Geschäftsführer Bernd Hermeling formuliert.

„Wir wollen uns in das Dorf einfügen“, beschreibt der Bauleiter und Projektverantwortliche der Paritätischen Lebenshilfe, Dieter Schade, bei einem Rundgang über die rund 20 000 Quadratmeter große Hofstelle das Ziel des Vorhabens. Und nicht nur das. Die PLSW will auch nach Kriterien der Nachhaltigkeit vorgehen. „Unter dem Motto ‚Ökologie und Landbau‘ wird im Kreislauf der Natur die Wertschätzung gegenüber der Kreatur und der Natur mit ihren Schätzen erlernt und erarbeitet“, heißt es in der Projektbeschreibung der PLSW.

„Hof an der Holpe“ soll dieser Standort, zwischen Landstraße und dem Bach Holpe gelegen, heißen. Und Arbeit ist nicht das Einzige, was zum Gesamtkonzept gehört. „Sechs Single-Appartements werden im Dachgeschoss entstehen“, sagt Hermeling. Und auch Kunst und Kultur sollen einziehen. Ein „Atelier form.Art“ soll Menschen die Möglichkeit geben, in einem offenen, inklusiven und barrierefreien Atelier „gemeinsam künstlerisch tätig zu sein“. In das Wohnhaus der ehemaligen Besitzer wird zudem ein Teil des Familienentlastenden Dienstes einziehen, der derzeit in Stadthagen an der Enzer Straße untergebracht ist.

Doch dies ist alles für Dieter Schade noch ziemlich weit weg. Im Frühjahr könne erst der eigentliche Ausbau beginnen. Zunächst müssen die Grundlagen geschaffen werden. Das setzt zuvorderst voraus, dass die alten Wirtschaftsgebäude nach allen Kriterien der Energieeinsparverordnung umgebaut werden. „Die Baugenehmigung haben wir“, sagt Schade, aber erst müsse alles entkernt werden. Hermeling freut sich, dass die Gebäude alle „in einem hervorragenden Zustand sind“. Doch energetische Voraussetzungen zu erfüllen, bedeutet: neue Böden, Decken und Dämmung.

Der künftige bäuerliche Betrieb wird wirtschaften, wie es üblich war, als die Menschen sich noch weitgehend selbst versorgt haben. Tierhaltung, Futtererzeugung und Anbau von Gemüse und Obst umfasst der Plan. Der PLSW-Geschäftsführer geht davon aus, dass dort rund 24 Arbeitsplätze für die Mitarbeiter geschaffen werden.

Die Produkte sollen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft auch vermarktet werden. Und selbst bezieht die PLSW auch aus nachhaltiger Produktion. „Wir bekommen PEFC-zertifiziertes Holz“, sagt Schade und verrät, dass die künftige Heizung der Gebäude mit Brennholz aus dem Kreisforst betrieben werden soll. Dort werde ebenso viel aufgeforstet, wie gefällt werde. Aber bis dahin, so Schade, sei – wie gesagt – noch eine ganze Menge zu tun. bab




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