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Landfrauen informieren sich über Hospizkultur

Leben selbst gestalten

Flegessen. In das Land Café in Flegessen hatte der Landfrauenverein Springe Agnes Schulze- Althoff und Marianne Gehring vom Hospiz Bad Münder eingeladen. Es ging um das Tabu- Thema: „Hospizkultur – Lebenszeit bis zuletzt gestalten.“ Die Hospizkultur ist eine Abschiedskultur, unser ganzes Leben besteht aus vielen kleinen Abschieden, dabei gewinnt jeder eine Haltung, eine Wertschätzung, wird begleitet und gepflegt. Das kann überall sein.

In der Palliativmedizin geht es vor allem um die Linderung von Leiden (pallium, lat. = umhüllen, schützen). Die Zeit des Sterbens wird als eine wichtige Zeit des Lebens gesehen und weder hinausgezögert noch beschleunigt.

Die Behandlung von krankheitsbedingten Beschwerden und das Wohlbefinden des Patienten in allen Bereichen (physisch, psychisch, sozial und spirituell) stehen im Mittelpunkt der Hospizarbeit. Es ist das Ziel, die bestmögliche Lebensqualität für den Patienten und seine Angehörigen zu ermöglichen.

Die Palliativstation im Krankenhaus ist eine ärztlich geleitete Einrichtung zur Krisen- und Systembewältigung nicht heilbarer Patienten. Das Hospiz ist eine pflegerisch geleitete Herberge mit einem ganzheitlichen Pflegeverständnis für Körper, Geist und Seele. Dem Gast als einzigartiger Persönlichkeit soll ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben in Geborgenheit ermöglicht werden. Er wird gefragt, ob er bereit ist, Besuch zu empfangen, dabei handelt es sich um einen Schutz, den er braucht. Besucher, die das Hospiz in Bad Münder sehen, erfahren, wie sehr sich alle bemühen, das Hospiz mit Leben zu füllen. Das durchschnittliche Alter der Gäste liegt hier unter 60 Jahren. „Was wir uns wünschen, müssen wir heute regeln! Hospiz ist überall, wo Menschen füreinander da sind, ohne zu bewerten, was richtig und falsch ist.“ Cicely Saunders gilt als Begründerin und Entwicklung der modernen Palliativmedizin und Hospizen mit der Überzeugung, dass es möglich ist, die letzten Tage eines Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten. Mit einem Wort von ihr schloss Agnes Schulze-Althoff ihren Vortrag: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern dem Tag mehr Leben.“




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