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Lauter Kandidaten für die Nummer 7 000 000 000

Klick! Schon wieder ein Winzling mehr auf der Erde. Das beruhigt, angesichts einer Alterspyramide die zumindest hierzulande kopfsteht. Unsere Gesellschaft überaltert. Auch in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg ist die Zahl der Geburten in den letzten Jahren gesunken. Ob das für heute erwartete Baby Nummer 7 000 000 000 aus der heimischen Region kommt, scheint angesichts aktueller Statistiken eher unwahrscheinlich. Zwar könnten laut UN bis zum Jahr 2100 über 10 Milliarden Menschen auf der Welt leben. Das Wachstum findet dabei aber vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern wie China, Indien oder Nigeria statt. Dort soll allein in den nächsten vierzig Jahren die Bevölkerung von 5,7 auf fast acht Milliarden Menschen wachsen.

Autor:

Karin Rohrund Lars Lindhorst

Von solchen Zuwachsraten kann man bei uns nur träumen. Wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Hameln-Pyrmont 1110 Babys geboren (2008 waren es noch 1190), so rechnen die Statistiker der Kommunikationstechnologie Niedersachsen für das laufende Jahr nur noch mit 1092. Dieser Abwärtstrend wird sich nach ihren Vorausberechnungen fortsetzen: In 10 Jahren könnte die Geburtenrate auf 1024 zurückgehen, noch schlimmer sieht es in 20 Jahren aus: Nur noch 818 Babys prognostizieren die Statistiker für 2031 – das sind dann bereits 274 Geburten weniger als in diesem Jahr.

Der Landkreis Schaumburg hat gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl gegenüber Hameln-Pyrmont rund 6500 Einwohner mehr. Zum Jahresende 2010 lebten 160 663 Menschen in Schaumburg. Geboren wurden im vergangenen Jahr in Schaumburg jedoch weniger Babys als in Hameln-Pyrmont. 1097 Kinder kamen dort zur Welt. 2008 waren es in Schaumburg noch 1199 Neugeborene. Im Zehn-Jahres-Rückblick sanken die Geburtenzahlen um etwa ein Drittel.

Dass die Stadt Hameln vor dem Hintergrund abnehmender Geburten bei den Einwohnerzahlen nicht noch mehr Federn gelassen hat, liegt am „Wanderungssaldo“, der bis auf wenige Ausreißer in den letzten 20 Jahren überwiegend im grünen Bereich liegt. Das heißt: Es gibt mehr Zuzüge als Fortzüge. Bei den Geburten ist die Tendenz rückläufig – das belegen die Zahlen der Kinder, deren Geburt im Hamelner Standesamt beurkundet ist. Von 1163 im Jahr 2008 sank die Zahl auf 1031 im vergangenen Jahr, bis zum 30. September dieses Jahres wurden bereits 851 Geburten verzeichnet: „Das Ergebnis wird also ähnlich ausfallen wie 2010“, meint Stadtsprecher Thomas Wahmes, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass es sich bei diesen Zahlen nicht ausschließlich um Hamelner Kinder handelt: „Es können auch Babys dabei sein, die hier geboren wurden, aber jetzt irgendwo außerhalb leben.“ Vergleicht man die Sterbefälle mit der Zahl der Geburten, so zeigt sich: Es sterben in Hameln sehr viel mehr Menschen, als geboren werden. Dieser „natürliche Saldo“ lag 2010 bei -331. „Hätten wir in Hameln nicht den Zuwanderungsgewinn, wäre der Rückgang bei den Einwohnerzahlen noch stärker“, stellt Wahmes fest.

Alle 2,6 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Baby geboren. Die UN hat für heute den Stichtag festgelegt, an dem die 7-Milliarden-Marke übersprungen wird. Im Weserbergland aber kann von einer Bevölkerungsexplosion nicht die Rede sein – im Gegenteil.



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