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Acht Stunden "Studierfähigkeitstest" und Bewerbungstraining der anderen Art an Berufsschule und Ratsgymnasium

"Lateinische Quadrate" bringen Schüler ins Schwitzen

Stadthagen (wil). Büffeln für eine gute berufliche Perspektive: 40 Schüler des Ratsgymnasiums und 40 Schüler der Berufsbildenden Schulen in Stadthagen (BBS) haben freiwillig einen "Studierfähigkeitstest" über sich ergehen lassen. Insgesamt acht Stunden dauerte das Training, das die Lerneffekte der Schüler untersuchen und sie auf Bewerbungstests und Studium vorbereiten sollte.

Rauchende Köpfe, aber strahlende Gesichter: Nina Drangmeister (1

Die Idee dazu entstand sozusagen im Hörsaal. "Der Test ist Teil meiner Diplomarbeit", sagt Nina Hoffmann, die den Schülern Test und Hintergrundwissen näher brachte. Während ihres Psychologiestudium an der Universität Münster hatte sie die Test erarbeitet, die die Schüler an drei Terminen innerhalb von drei Wochen bearbeiteten. "Es ist eine neue Art von Leistungsaufgaben, aus denen ich dieses Training erstellt habe", erklärt die gebürtig Stadthägerin die Vorgehensweise. Sowohl bereits bekannte als auch vollkommen neue Tests wurde dabei miteinander kombiniert. So mussten unter anderem "lateinischen Quadrate" gelöst werden - Quadrate, gefüllt mit symbolischen Figuren, bei denen es das Fragezeichen zu ersetzen galt. Eine Art Vorreiter des beliebten Sudoku, wie Hoffmann erklärt. Die Schwierigkeit: Die Schüler mussten alle Schritte im Kopf durchgehen. Es durften keine Notizen gemacht werden. Einerseits wurden so die Lerneffekte und das psychologische Verhalten der Schüler in Testsituationen untersucht, andererseits war es für die Schüler eine interessante Erfahrung, sich den kniffligen Aufgaben, auch unter Zeitdruck zu stellen. "Am Anfang war es schon spannend zu sehen, dass man manche Aufgaben in der Zeit einfach nicht schaffen kann", sagt die 18-jährige Nina Drangmeister. Die Schülerin der BBS findet den Test grade in Bezug auf spätere Bewerbungssituationen oder auch ein Studium interessant - und hat selbst Lerneffekte festgestellt. "Aber manärgert sich schon, wenn man manche Dinge dann nicht schafft, auch wenn man weiß, dass der Test durchaus so ausgelegt ist", zeigt sich Albert Gerhardt (19) ehrgeizig. Auch er empfand den Test als anspruchsvoll und spannend. Etwa 300 Schüler und Studenten im Alter von 16 bis 20 Jahren haben insgesamt an dem von Nina Hoffmann ausgearbeiteten Training teilgenommen. In diesem Monat erhalten sie eine persönliche Rückmeldung, in der unter anderem die kognitive Leistungsfähigkeit bewertet wird. Eine Berufs- oder Studiumentscheidung könne daraus allein aber nicht gezogen werden, sagte Hoffmann.Dennoch kam der Test bei Schülern und Lehrern gut an. "Für uns als Schule ist es interessant, weil wir unsere Schwerpunkt in der Förderung und Beratung sehen und so auch Angebote für leistungsstärkere Schüler anbieten können", sagte Lehrerin Lolita Gooßen zum ersten Test dieser Art.

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