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Ausgewogener Wildbestand als Ziel / Zeremoniell vor Abtransport in die Kühlkammern

Landrat betont: "Keine Gesellschaftsjagd"

Stadthagen (mw). Spaziergänger, die kürzlich im Bereich des Forstamtes Brandshof auf dem Bückeberg unterwegs gewesen sind, dürften sich mitunter über die dort zu vernehmende Unruhe gewundert haben: Pfiffe, lautes Rufen und Hundegebell hallten im Verlauf mehrerer Stunden zeitweise durch das sonst so ruhige Waldgebiet -hin und wieder fielen Schüsse. Ursache für die ungewohnte Atmosphäre ist eine große Gemeinschaftsjagd des Kreisforstamtes gewesen.

Bei der Gemeinschaftsjagd handele es sich um eine "Arbeitsjagd" des Kreisforstamtes, hat Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier anlässlich seiner Ansprache zur Eröffnung der Jagd betont und diese von einer Gesellschaftsjagd abgegrenzt. Nach diesem offiziellen Teil bezogen die Jäger die ihnen zugewiesenen Jagdstände. Zusammen mit erfahrenen Waidmännern und einigen Jagdhunden durchstreiften auch 13 Teilnehmer der derzeit laufenden Jägerausbildung deutlich vernehmbar die Revierteile, um das Wild in Bewegung zu bringen und den ruhig ansitzenden Jägern vor die Büchse zutreiben. Das Ergebnis dieser mehrstündigen Bemühungen - eine Jagdstrecke von 13 Wildschweinen, sechs Mufflons und einem Reh - wurde der jagdlichen Tradition folgend nach dem "Aufbrechen" (Ausweiden) auf einem Areal nahe dem Forsthaus Halt ausgelegt. Mit einem vom Klang mehrerer Jagdhörner begleiteten feierlichen Zeremoniell erwiesen die Jäger dem erlegten Wild im schwindenen Tageslicht die letzte Ehre, bevor es in die Kühlkammern des Kreisforstamtes abtransportiert wurde. Nach Auskunft von Bernhard Michel, dem Leiter des Kreisforstamtes, wurde der Kreis der mitwirkenden Jäger "bewusst regional ausgerichtet". Mit dabei seien auch 13 Teilnehmer der derzeit laufenden Jägerausbildung gewesen, damit diese Jagdpraxis erleben konnten. Für Letztere standen im Anschluss an das eigentliche Jagdgeschehen "Aspekte der Wildbrethygiene" der erlegten Wildtiere im Vordergrund, so Michel. Denn auch das Erlernen der fachgerechten Behandlung des erlegten Wildes sei eine Voraussetzung, um "qualitativ hochwertiges Wildbret" zu erhalten. Ein "generelles Ziel" der Bejagung ist laut Michel "die Regulierung der Wildbestände im Sinne eines ausgewogenen und gesunden Wildbestandes", der die "Basis für den ökologischen Waldbau" sei. Die damit verbundene Verringerung der Verbissschäden erlaube das Wirtschaften mit Naturverjüngung. Die "Reduktion der hohen Schwarzwildbestände" minimiere zudem Wildschäden in der Landwirtschaft.




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