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Aber: Stille ist nicht unbedingt Erholung / Tipps für mehr Ruhepausen im Alltag

Lärm: Stress nicht nur für die Ohren

Rinteln (blc). Tag für Tag sind wir ununterbrochen Geräuschen ausgesetzt: Verkehrslärm, Piepen und Klingeln von Handys, Telefonen, Computern, Türklingeln, Lärm von Nachbarskindern, Streit im Nebenhaus, Gartenparty beim Nachbarn, Radio, Rasenmäher, und auch im Berufsleben ist man von Dauergeräuschen umgeben. Manchmal sehnt man sich einfach nur noch nach Ruhe. Dabei spielt nicht nur die Dezibelzahl eine Rolle: Ob Lärm zum Stress wird, hängt auch von persönlichen Faktoren ab.

Lärm macht krank: Viele Krankheiten können die Folge von ständiger Lärmbelästigung sein: Schwerhörigkeit oder sogar Tinnitus, verengte Blutgefäße, damit verbunden die Gefahr von Arteriosklerose, aber auch Herzinfarkten. Starker Lärmstress kann zu verstärkter Anspannung der Muskulatur führen, die Herzschlagfrequenz kann steigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Und auch das Verdauungssystem reagiert auf Dauerlärm mit reduzierter Aktivität und damit Problemen. Konzentration und Lernfähigkeit werden beeinflusst – viele Gründe also, sich zwischendurch gesunde Ruhe im Alltag zu gönnen.

Stille ist nicht unbedingt erholsam: Die absolute Stille wäre für unsere Ohren unerträglich. Denn der Mensch braucht Umweltgeräusche zur Orientierung. Bei absoluter Stille würden Angst und Orientierungslosigkeit entstehen.

Ruhe ist Entspannung: Eine angenehme entspannende Geräuschkulisse bedeutet für uns Menschen Erholung. Beispielsweise im Wald, am Meer, in einem Park die Geräusche der Natur zu genießen. Wind in den Bäumen, Meeresrauschen, Vogelgesang: Das alles hilft beim Abschalten.

Dezibelzahl ist nicht immer ausschlaggebend: Die Lautstärke allein ist nicht ausschlaggebend, ob Lärm als störend empfunden wird oder nicht. Wer laute Musik hören möchte, wird diese nicht als unangenehm empfinden, ein leise tropfender Wasserhahn dagegen kann nervtötend sein. Das Meeresrauschen ist nicht unbedingt leise, es beruhigt aber und vermittelt Urlaubsgefühle. Lärm wird vor allem dann als störend empfunden, wenn man unfreiwillig damit konfrontiert wird. Das kann die dauernde Streiterei aus der Nebenwohnung sein oder der Rasenmäher von nebenan.

Tiefe Frequenzen sind belastender: Das Brummen von Motoren oder von anderen tiefen Frequenzen löst schneller Ängste aus. Der Körper signalisiert Gefahr, wie etwa auch bei dumpfem Donnergrollen.

Positive Einstellung hilft: Wer sich durch Dauerlärm zusätzlich ärgert, setzt sich doppelt unter Stress. Eine positive Einstellung zum Lärm kann hilfreich sein, zumindest was den Stressfaktor angeht. Mögliche Schäden auf das Innenohr werden dadurch aber nicht abgewendet.

Tipps für gesunde Ruhe im Alltag:

Den eigenen Alltag beobachten und sich darüber klar werden, welchen Lärm man selbst verursacht. Muss das Radio immer im Hintergrund laufen? Sich zu Hause Lärmpausen gönnen!

Auch aus Rücksicht auf die Nachbarn sollte man sein Verhalten zu Hause auf Lärm überprüfen und das Ruhebedürfnis anderer beachten.

Mindestens einmal in der Woche bewusst einen Ort der Stille aufsuchen. Das kann eine Kirche sein oder ein Ort in der Natur.

Über Kopfhörer häufiger eine halbe Stunde beruhigende Geräusche anhören und die Gedanken laufen lassen, einfach bewusst abschalten.

Gehörschutz verwenden, ob beim Rasenmähen, Heckeschneiden oder anderen Tätigkeiten, die mit viel Lärm verbunden sind. Auch im Berufsleben bei lauten Tätigkeiten nach Möglichkeit Gehörschutz einsetzen.

Laute Freizeitaktivitäten einschränken.

In regelmäßigen Abständen das Gehör vom Arzt untersuchen lassen.




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