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Vorstand fordert Unterstützung der Politik / Ortsrat will Thema von Sozialraum-AG behandeln lassen

KVV steht Randale im Kurpark hilflos gegenüber

Bad Münder (jhr). Eingeschlagene Scheiben, zerstörte Stühle, Glasscherben im Tretbecken – immer wieder stehen die Mitglieder des Kur- und Verkehrsvereins (KVV) hilflos der blinden Zerstörungswut nächtlicher Kurparkbesucher gegenüber. Jetzt wenden sich die Vorstandsmitglieder Günter Bargmann und Robert Ascher an die Politik, wollen die Aufmerksamkeit auf das Vandalismus-Problem lenken und bitten um Unterstützung.

Beispiel für Zerstörungswut: Unbekannte türmen Stühle vor der Mu

Im Ortsrat der Kernstadt schilderten sie am Mittwochabend eindringlich die Situation: Allein im vergangenen Jahr seien 65 Stühle irreparabel zerstört worden, auch zehn schwere Bänke seien zertrümmert worden. „Nachts wird das Gradierwerk erklettert, Glühlampen werden aus den Fassungen geschraubt und in das Tretbecken geworfen, Wodkaflaschen liegen zerschlagen herum“, zählte Bargmann auf. Mutmaßliche Täter: Gruppen Jugendlicher, die den Kurpark für ihre Treffen wählen, im Anschluss an Saufgelage randalierten. „Wir haben bereits mit Polizei und Bürgermeisterin gesprochen, doch es gibt keine Resonanz, die Zerstörungen gehen weiter“, so Bargmann.

Vor dem direkten Kontakt mit den oftmals aggressiven Jugendlichen scheuen die Vorstandsmitglieder zurück. „Wir trauen uns da nicht ran. Außerdem finden die Zerstörungen meistens nachts statt.“ Die bisherige Polizeipräsenz habe auch zu keinem größeren Erfolg geführt, so KVV-Chef Bargmann. „Wir wollten Kameras installieren – doch das ist verboten. Selbst die Installation einer Attrappe“, sagte Ascher. Seine Schlussfolgerung: „Wir brauchen Hilfe, allein schaffen wir es nicht.“

Der Ortsrat nahm die Schilderungen des KVV sichtlich betroffen auf. Eine „Kardinallösung“ werde es nicht geben, erklärte Uwe Nötzel (SPD) und regte an, sich in anderen Städten über den Umgang mit Vandalismus zu erkundigen. Auch eine Beschäftigung der Sozialraum-AG, zuvor von Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU) angesprochen, könne sinnvoll sein. „Wir müssen eine Möglichkeit finden, das Übel bei der Wurzel zu packen. Dafür sorgen, dass es sich nicht einfach nur verlagert.“

Aspekte wie ein nächtliches Alkoholverbot im Kurpark und „notfalls auch Platzverweise“ brachte Hubertus Wöllenstein (KWG) ins Gespräch, „durch Gesundbeten schaffen wir es jedenfalls nicht“, erklärte er. Helmut Burdorf (Grüne) wies darauf hin, dass es mehrere Gruppen Jugendlicher in der Stadt gebe: „Das am Kurpark ist nur eine Gang, in anderen Bereichen gibt es ähnliche Gangs.“ Problematisch sei, dass es keinen „robusten Ort“ gebe, an dem sich die Jugendlichen treffen könnten. Es plädierte dafür, die Jugendlichen aus dem Park zu locken, sie nicht rauszudrängen.

Hennig Schnelle (CDU) befürchtet, dass eine „sanfte Lösung“ nicht greifen wird. Schließlich befürworteten alle Ortsratsmitglieder einen Vorschlag, nach dem sich ein um Ortsratsmitglieder und Schülervertreter erweiterter Kreis der Sozialraum-AG mit dem Thema befassen soll.

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