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Apelerner Laienspieler imponieren mit turbulenter Komödie

Kuss macht den Helden sprachlos

Apelern (nah). Mit drei Premieren an einem Abend hat die Apelerner Laienspielgruppe ihre neue Spielzeit eröffnet. Außer der ersten Aufführung ihres soeben einstudierten Stücks war auch die Bühne neu: Die Theaterleute aus der Riesbachgemeinde präsentieren sich künftig in Lauenau. Die dritte Neuerung aber vollzog sich ganz und gar ungewollt: Immer wieder fiel der Blick eines der Hauptdarsteller verstohlen ins Textbuch. Denn das heitere Stück musste wenige Tage vor dem ersten Auftritt umbesetzt werden.

Augen-Blicke: Jens-Peter Hirt (von links) beim Aufeinandertreffe

In toller Spiellaune befanden sich die sechs Akteure. Das lag nicht nur an der von ihnen ausgewählten Komödie "Boeing - Boeing". Der aufregende Alltag eines Lebemanns, der sich parallel drei Stewardessen verschiedener Fluggesellschaften als Freundinnen hielt und mit Kalender und Flugplan jonglierte, erhielt unversehens eine weitere Nuance, als ein aus Aurich stammender Freund zu Besuch kommt und dem Hausherrn immer wieder einmal aus der Patsche hilft. Und wäre nicht die resolute Haushälterin gewesen: der ganze Schwindel hätte wohl viel früher in eine Katastrophe gemündet. So aber hielt sich über drei lange Akte eine heiter-spannende Stimmung mit vielen bejubelten Dialogen und urkomischen Szenen. Jens-Peter Hirt als angehimmelter Galan Bernhard, Holger Sporleder als Freund Robert, die Stewardessen Brigitte Hillen, Kerstin Lefeber und Maria Thöne und natürlich Gritli Tegtmeier als Dienstmädchen Bertha machten aber beim Premierenabend ihre Sache eigentlich ganz besonders gut. Denn anstelle von Sporleder, der - nebenbei bemerkt - vor zwei Jahren noch Vizeweltmeister im Pfahlsitzen im Soltauer Heidepark gewesen ist, war eigentlich Gerhard Rauhut als Ensemblemitglied vorgesehen. Doch da dieser krankheitsbedingt kurzfristig ausfiel, sprang Sporleder ein und unternahm noch binnen drei Tagen den unmöglichen Versuch, seine (Haupt-)Rolle auswendig zu lernen. Natürlich klappte das nicht mehr hundertprozentig. Das Publikum sah ihm deshalb die immer wieder verstohlenen Blicke in das Rollenmanuskript nach. Und dass ihn ausgerechnet der Kuss einer Mitspielerin sprachlos machte, lag nicht etwa an der heißen Lippenberührung, sondern an einem Aussetzer: "Ich muss erst ins Textbuch gucken", gestand "Robert" zerknirscht und sorgte so ganz unfreiwillig für juchzende Zuschauer. Wenn an kommenden Wochenende die nächsten Termine von "Boeing - Boeing" beginnen, könnte durchaus Rauhut wie ursprünglich vorgesehen auf der Bühne stehen. Aber Sporleder wollte dennoch weiter seine Texte lernen, um im Notfall vielleicht erneut einspringen zu können. Dem Vorsitzenden der Laienspielgruppe, Hermann Doebel, aber plumpste sichtlich ein Stein vom Herzen. Das lag nicht nur an der plötzlichen Umbesetzung. So ein wenig waren die Apelerner nämlich besorgt gewesen, ob der Wechsel des Spielorts auch tatsächlich positiv angenommen würde. Die vollbesetzte Mehrzweckhalle der Albert-Schweitzer-Schule zerstreute alle Befürchtungen. Und auch die Zahl der Kartenreservierungen für die weiteren Termine lässt hoffen: "Wir bleiben in Lauenau", kündigte Doebel an, der bereits auf den Umzug in das künftig mit einer Bühne ausgestattete Sägewerk im Gewerbepark des Fleckens hofft. Wer wissen will, durch welche verblüffende Entwicklung das Damentrio sich für "Bernhard" reduzierte, sollte sich die Aufführung nicht entgehen lassen: Für die Termine am 20. und 21. April, am 27. und 28. April sowie am 1. Mai gibt es noch Karten, die unter (05043) 31 32 vorbestellt werden können. Die Aufführungen beginnen freitags um 20 Uhr, sonnabends um 19 Uhr sowie sonn- und feiertags um 18 Uhr.

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