weather-image
Nabu-Baumschnitt-Aktion in Eimbeckhausen

Kurzhaarschnitt für die Kopfweiden

Eimbeckhausen (hzs). Trotz des eisigen Windes und des leichten Schneefalls ist das halbe Dutzend Nabu-Senioren pünktlich um neun Uhr am Treffpunkt in Eimbeckhausen. Lautstark lassen die Männer ihre handlichen 3,8-PS- Motorsägen aufheulen. Unter der Leitung des Vorsitzenden des Nabu-Sünteltal, Matthias Großmann, geht es dem Dutzend Kopfweiden am Rande des Parkplatzes der Grundschule an den Kragen.

Nabu-Sünteltal-Chef Matthias Großmann rückt den Kopfweiden mit der Kettensäge zu Leibe.

Dort ist „Salix viminalis“, so der lateinische Name der Kopfweide, in den vergangenen Jahren ganz schön in die Höhe geschossen. „Wird die nicht radikal auf den Stamm zurückgeschnitten, bricht der etwa zwei Meter hohe Stumpen durch das Gewicht des Geästs auseinander“, erklärt Heinz Osterkamp.

Die Arbeit ist halsbrecherisch und nicht ungefährlich. Mit einer Leiter klettert Reinhard Schwarz auf den Kopf einer Weide – und sägt bis die Kette qualmt. Eine echte Knochenarbeit. Der Lärm ist ohrenbetäubend. „Mensch, Euch hört man bis nach Rohrsen“, ruft die Bauersfrau von nebenan und versorgt die Nabu-Helfer mit heißem Kaffee.

Schnell sammeln sich am Rande des Schulparkplatzes Berge von frisch geschnittenen Weidenruten. Das biegsame Gehölz fand früher vielseitige Verwendung bei Korbflechtern und als Baumaterial. „Heute holt es der Bauhof der Stadt ab, schreddert und kompostiert es“, so Osterkamp.

Die abgesägten Äste werden von den ehrenamtlichen Helfern weggetragen.  Fotos: hzs
  • Die abgesägten Äste werden von den ehrenamtlichen Helfern weggetragen. Fotos: hzs

Die ersten „geschneitelten“ Weiden sehen kahl und trostlos aus. „Keine Sorge, kaum ein Baum ist so regenerationsfreudig wie die Weide“, beruhigt ein Nabu-Mitglied. „Wir wählen außerdem einige junge Äste aus, die werden in den Boden gesteckt und treiben schnell wieder aus.“

Kopfweiden, die oft Eulen und Fledermäusen ein Zuhause bieten, wurden von den Bauern seinerzeit als natürliche Feld- und Weidebegrenzungen angepflanzt. „Dazwischen wurde dann der Zaun gezogen. Heute gibt es noch zahlreiche Kopfweiden in den Ortsteilen, die meist aber von den Landwirten selbst geschnitten werden“, weiß Großmann. „Die bekommen nämlich Zuschüsse dafür. Wir machen das aber umsonst, denn die Stadt hat bekanntlich weder Geld noch ein Grünflächenamt.“ Gegen Mittag stehen die Kopfweiden nur noch als Stümpfe da, sehen aus, als kämen sie frisch vom Friseur. Etwas gruselig wirken sie schon, in der Dämmerung und im Morgennebel. In drei oder vier Jahren werden dann die Kettensägenmänner des Nabu wieder anrücken und ihnen einen Radikalschnitt verpassen.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt