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Kurze Wege für ältere Beine

Bad Münder. Ein Umzug der Grundschule in die leer stehende Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule (HWK) gilt inzwischen als ernst zu nehmende Option. Doch was wird dann aus dem Standort an der Kellerstraße?

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Wie berichtet gibt es nicht nur in Reihen der Politik, sondern mittlerweile auch in der Verwaltung Planspiele für eine Schulverlegung. Hintergrund sind unter anderem massive Brandschutzprobleme an der Kellerstraße. Zudem gilt das Gebäude als ungeeignet, um die Vorgaben im Zuge der Inklusions-Einführung zu erfüllen.

„Ich hoffe sehr, dass es am Ende eine Mehrheit für den Umzug gibt“, sagt Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah, die seit Langem zu den Verfechtern einer solchen Lösung gehört. Für das dann frei werdende Domizil an der Kellerstraße könne sie sich eine Nachnutzung als Senioren-Wohnanlage vorstellen. „Ob in Form eines betreuten Wohnens oder auf andere Weise – das muss man dann sehen“, sagt sie.

Die Lage sei in jedem Fall ideal. „Der Kurpark ist fußläufig ebenso schnell zu erreichen wie die verkehrsberuhigte Innenstadt. Beides ist nur einen Steinwurf entfernt.“ Der Bedarf an seniorengerechten, kleinen Wohneinheiten werde in den kommenden Jahren riesengroß“, weiß die Politikerin.

Joumaahs Vorstellungen sind deckungsgleich mit denen von Peter Nehmann. Der Architekt und frühere Chef der Wirtschaftsvereinigung hat seine Idee von einer seniorengerechten Wohnanlage bereits vor Monaten bei Bürgermeister Hartmut Büttner vorgetragen – gemeinsam mit einem potenziellen Investor. Wie Joumaah, so glaubt auch Nehmann, dass sich das vorhandene Schulgebäude für den neuen Zweck umbauen ließe, ein Abriss mithin nicht nötig wäre. Substanz und Zuschnitt seien durchaus geeignet.

Kritiker eines Umzugs verweisen auf die benachbarte Schulsporthalle, die unstrittig in einem tadellosen Zustand ist. Für Nehmann und Joumaah gibt es deshalb auch kein Vertun: „Die Turnhalle muss bleiben.“ Bedarf gebe es genug, glauben sie. „Wenn nebenan Senioren wohnen, wäre das doch beispielsweise ein idealer Ort für Reha-Sport“, regt Nehmann an.

Auch in den Vereinen sei die Nachfrage nach zusätzlichen Belegungszeiten groß“, weiß Joumaah. Möglicherweise müsse die Halle nach dem Umzug auch vorübergehend weiter von der Grundschule genutzt werden, solange die Halle an der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule nicht saniert sei. „Früher mussten die Grundschüler auch schon mal pendeln“, erinnert die Ortsbürgermeisterin.

In der SPD ist man bei dem Thema noch etwas zurückhaltend. „Ich habe absolut keine Vorstellung, was aus dem Komplex an der Kellerstraße werden könnte, falls der Umzug kommt“, sagt Fraktionssprecher Rolf Wittich. Für ihn ist es aber auch „nicht Aufgabe der Politik, sondern der Verwaltung, Vorschläge zu machen“.

In der SPD könnte man offenbar damit leben, dass die HWK zum Grundschulzentrum wird – unter der Voraussetzung, dass es eine Beschränkung auf die Kernstadt gibt, also die Dorfschulen erhalten bleiben. Zumindest liegt dieser Schluss nahe, wenn Wittich sagt: „Es muss eine starke Kernstadt geben, aber auch starke Ortsteile. Andernfalls würde die Kernstadt verhungern.“

Für eine Nachnutzung des Gebäudekomplexes an der Kellerstraße gäbe es nach Worten von Bürgermeister Hartmut Büttner „einen bunten Strauß von Möglichkeiten“. Mit Blick auf das eigentliche Schulgebäude komme nur eine Vermarktung in Betracht.

Hinsichtlich der benachbarten Halle müsse man an Schule und Vereine denken. Zumal der Landkreis in der maroden Halle an der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule Schulsport ausdrücklich untersagt habe. Ein Abriss scheide in jedem Fall aus, so Büttner.mf



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