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Heimische Büromöbel-Hersteller nutzen Instrument bereits seit März / Das Ziel: Arbeitsplätze erhalten

Kurzarbeit: Die Mannschaft bleibt an Bord

Bad Münder (jhr). Die weltweite Wirtschaftskrise hat ihre Spuren auf Bad Münders Arbeitsmarkt hinterlassen – besonders deutlich zeigte sich dieser Umstand im drastischen Einschmelzen der Arbeitsplätze bei Ardagh-Glass. In anderen Industrien hat sich der Arbeitsplatz-Abbau bislang nicht so heftig bemerkbar gemacht wie noch zum Jahresanfang 2009 befürchtet – vor allem die Verlängerung der Kurzarbeit ist dafür verantwortlich, dass die Krise bislang nicht voll durchschlagen konnte: Kurzarbeit gilt trotz monatelanger Dauer noch immer als das wirkungsvollste Instrument, um Massenentlassungen zu vermeiden.


Bereits im März vergangenen Jahres meldete der Büromöbelhersteller Wilkhahn in Eimbeckhausen Kurzarbeit für einen Teil der Belegschaft in der Produktion an, einen Monat später folgten auch Mitarbeiter in der Verwaltung. Monat für Monat wird seitdem die Zahl der Mitarbeiter in Kurzarbeit auf die Auftragslage angepasst – für Unternehmenssprecher Burkhard Remmers damals wie heute ein guter Weg, die „Mannschaft an Bord halten“ zu können. Im Dezember waren von 370 Mitarbeitern rund 200 in Kurzarbeit – je nach Bereich und Beschäftigungssituation. Durchschnittlich arbeiten die Mitarbeiter in Kurzarbeit an vier Tagen in der Woche. „Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es uns nicht so schlimm erwischt hat wie den Rest der Branche“, sagt Remmers. Mit Prognosen hält er sich aber zurück: „Es gibt Einschätzungen, nach denen sich die Situation entspannt – es kann aber ebenso gut noch einen Rutsch geben.“ Das Modell der Kurzarbeit biete die Chance, die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern wahrzunehmen, aber auch, nach der Krise mit einer guten Mannschaft starten zu können – wenn es gelte, den bis dahin aufgelaufenen Investitionsstau bei den Kunden abzuarbeiten.

Ebenfalls seit März 2009 nutzt auch der andere große Büromöbelhersteller am Standort das Instrument Kurzarbeit. Zunächst nur in der Produktion, später auch in der Verwaltung. Bei Haworth wird die Möglichkeit an drei bis fünf Tagen im Monat genutzt, Woche für Woche neu festgelegt, schildert Sprecherin Nastassja Heinz. Wie lange das Instrument noch genutzt werden muss, kann auch Heinz nicht einschätzen – hilfreich sei die Verlängerung der möglichen Bezugsdauer auf maximal 24 Monate für Haworth aber auf jeden Fall.

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