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CDU-Ratsfrau "entsetzt"über Einbeziehung der Dormann-Arbeit / "Auftrag nicht erfüllt"

Kurparkgutachten: Jäger schießt scharf

Bad Nenndorf (fox). Das rund 15 000 Euro teure Entwicklungs- und Strukturkonzept für den Kurpark Bad Nenndorf ist erneut unter Beschuss geraten. Diesmal ist es Ratsfrau Cornelia Jäger (CDU), die zugleich im Aufsichtsrat der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) sitzt. Sie erhebt Vorwürfe: "Der Auftrag ist nicht erfüllt", sagt Jäger.

Mit ihrer Kritik schlägt Jäger nicht in die gleiche Kerbe wie der Bund der Steuerzahler, der die Stadt Bad Nenndorf nach der Notwendigkeit des Kurparkgutachtens gefragt hatte. Jäger ist "entsetzt" über die Arbeit, die der Edesbüttler Landschaftsarchitekt Thomas Mudra im Auftrag der Stadt erstellt hatte, und sich darin auch auf die Studienarbeit des Horsters Henning Dormann und dessen Kommilitonen Kim Marius Radke bezieht (wir berichteten). "Die Einbeziehung von Herrn Dormann und seiner Studienarbeit in dieses Gutachten war gerade nicht gewünscht! Herr Dormann hat eine theoretische ,Schularbeit' für seinen Berufsabschluss erarbeitet, die sich an keinerlei praktische oder wirtschaftliche Vorgaben halten musste. Für Bad Nenndorf oder die KurT ist es aber völlig unerheblich, Sichtachsen frei zu schneiden, die den Blick auf Gebäude freigeben, die es heute gar nicht mehr gibt und beispielsweise ,falsche' Gehölze zu entfernen." DerÄrger habe sich lange in ihr aufgestaut, nun wolle sie ihr Schweigen brechen, sagt die CDU-Ratsfrau. "Hier haben der Stadtdirektor Bernd Reese und Aufsichtsratsvorsitzende der KurT und die Verwaltung der Stadt - meines Wissens ohne jegliche Information und Genehmigung der Gremien der Stadt - HerrnDormann mit Herrn Mudra an einen Tisch gebracht und einbezogen", erklärt Jäger. Silke Busche als Geschäftsführerin der KurT sei dem gegenüber weitgehend außen vor gelassen worden, obwohl gerade sie die Probleme des Kurparks und die zukünftigen Entwicklungspläne wohl am besten darlegen könne. "Fast alles, was Herr Mudra vorgestellt hat, ist von der Studienarbeit von Herrn Dormann ,infiziert', theoretisch und damit für die Ziele der KurT/Stadt von geringem Wert." Mudra sollte Jägers Informationen nach als unabhängiger, unbeeinflusster Fachgutachter "eher untersuchen, was - unter Berücksichtigung der Denkmalschutzauflagen - unternommen werden kann, um mehr Besucher und Nutzer in den Kurpark und in die Stadt Bad Nenndorf zu bekommen, was die Attraktivität der Kurpromenade erhöht und welche Instandhaltungsmaßnahmen am dringlichsten sind." Dieser Auftrag sei aus ihrer Sicht nicht voll erfüllt, sagt Jäger, die nicht nur Ratsfrau ist, sondern als Mitglied des KurT-Aufsichtsrates mit der Materie vertraut sei. Vor dem Hintergrund der Pflege- und Unterhaltskosten für den Kurpark von jährlich mehr als 500 000 Euro sei diese Attraktivierung mit Magnetwirkung für Besucher wichtig. "In den nächsten Jahren werden die mit dem Land Niedersachsen ausgehandelten Zuschüsse rapide sinken und dann ganz entfallen. Es ist deshalb von großer Bedeutung, für den Kurpark ein Konzept zu entwickeln, dass auf Sicht dazu dient, Mehreinnahmen zur Kostendeckung zu bekommen und im Gegenzug Unterhaltungskosten zu reduzieren", verdeutlicht Jäger. Auch Volker Busse, Fraktionssprecher der SPD in Bad Nenndorf, hätte sich "mehr erwartet", sagt er auf Anfrage. Jedoch sieht er in der Einbindung der Studienarbeit keine größeren Probleme. Stadtdirektor und KurT-Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Reese weicht der Frage aus, ob Mudra seinen Auftrag erfüllt hat oder nicht. Mit "Ja" oder "Nein" will er dies auch mit Blick auf die zweite Anfrage des Steuerzahlerbundes nicht so einfach beantworten. Der Verwaltungschef verweist auf die breite Diskussion, die vorab in den politischen Gremien und auch in der Öffentlichkeit geführt worden sei. "Jederhatte Gelegenheit, seine Kritik einzubringen." Für Reese ist die Bezahlung der Rechnung für das Gutachten das Signal, dass der Auftrag des Landschaftarchitekten Mudra erfüllt ist. Dass es in den Gremien Unzufriedenheiten gibt, dass ist Reese bewusst: "Einige hätten sich wohl konkretere Planungen versprochen."




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