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Steuerzahlerbund fordert erneut Stellungnahme zu Mudras Masterplan

Kurparkexpertise abgeschrieben?

Bad Nenndorf (fox). Post vom Bund der Steuerzahler: Erneut hat Stadtdirektor Bernd Reese eine Aufforderung aus Hannover bekommen, sich zum Thema Kurparkgutachten zuäußern. Der Steuerzahlerbund will wissen, ob das 15 000 Euro teure Gutachten des Landschaftsarchitekten Thomas Mudra vor dem Hintergrund einer 2004 erschienenen Studienarbeit zum Thema Kurparküberhaupt notwendig gewesen ist.

Die Bad Nenndorfer scheinen pflichtbewusst zu sein: "Aus Teilen der Bevölkerung wurde die Kritik an uns herangetragen, das erstellte Entwicklungs- und Strukturkonzept sei im Wesentlichen eine Wiedergabe der bereits im Jahr 2004 angefertigten Projektarbeit von Studenten", schreiben Daniel Kaspar und Bernhard Zentgraf vom Steuerzahlerbund. Die Studenten sind in diesem Fall der Horster Henning Dormann und Kim Marius Radke, die ihre Arbeit dem Staatsbad damals gegen die geringe Erstellungspauschale von 240 Euro zur Verfügung gestellt hatten. Der Horster Bernd Zimmermann bringt auf seiner Internetseite (www.bernd-zimmermann.de) deutlich seine Sicht der "Wahrheit" zum Ausdruck: "Die Studienarbeit wurde abgeschrieben." Zimmermanns Meinung nach sei Mudra "in diesem Fall" auch nichts anderesübrig geblieben, da die Studienarbeit "einfach eine eindeutige Sache" bleibt. Zimmermann fühlt seine Erkenntnis durch die Nachfrage der CDU-Ratsfrau Ellen Hültenschmidt während der Masterplan-Vorstellung gestützt, ob das Gutachten auf der Studienarbeit beruhe. Mudra habe dies bestätigt, schreibt Zimmermann auf der Internetseite. Der Verfasser Henning Dormann will sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Thomas Mudra bestätigt auf Anfrage, sich für sein Kurparkgutachten auf die Studienarbeit bezogen und daraus zitiert zu haben. "Diese Studienarbeit dreht sich um historische Hintergründe", sagt Mudra und bezeichnet die Arbeit als Teilaspekt des Masterplans. "Es gibt in dem Kurparkgutachten völlig neue Ansätze struktureller Natur und hinsichtlich der Entwicklung", versichert Mudra. Abgeschrieben zu haben, diesen Vorwurf weist der Landschaftsplaner eindeutig zurück. Erst auf Anfrage sendet Mudra ein "Literaturverzeichnis" als Kapitel "7", in denen die beiden Autoren der Studienarbeit unter elf weiteren Quellen aufgeführt sind. Das Inhaltsverzeichnis endet jedoch bereits nach Kapitel "6", "Kostenrahmen". Stadtdirektor Bernd Reese hält sich zu diesem Thema bedeckt. Er bestätigt den Eingang des Schreibens des Steuerzahlerbundes. "Wir werden die Anfrage beantworten", sagt Reese. Nach Anregung des Verwaltungsausschusses soll die Stellungnahme an den Steuerzahlerbund "unter Mithilfe des Sachverstandes von Mudra verfasst werden". Dieser sei bereits informiert. Daniel Kaspar vom hannoverschen Verein wartet bereits auf die Nachricht aus Bad Nenndorf.




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