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Großeinsatz von drei Feuerwehren auf der Weser / Boot in Veltheim "gestrandet"

"Kurioser Vorfall": Bootsführer an Land geschleudert - Yacht treibt ab

Rinteln/Veltheim (clb). Ein ebenso s pektakulärer wie kurioser Großeinsatz hat die Feuerwehren Rinteln, Porta Westfalica und Vlotho vorgestern Abend in Atem gehalten: Ein abgetriebenes Motorboot und sein Besitzer mussten auf beziehungsweise entlang der Weser zwischen Rinteln und Veltheim gesucht werden. Der Bootsführer, der aus noch ungeklärten Gründen von Bord an Land gegangen war, wurde am Hafen des Motoryachtclubs Rinteln am Doktorsee gefunden, die Yacht unweit der Fährstation Veltheim.

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Der Motor des Bootes "Christa II", mit dem zwei Hamburger auf der Weser stromabwärts unterwegs waren, versagte am späten Dienstagnachmittag im Bereich des Yachthafens am Doktorsee. Daraufhin versuchte der 75-jährige Besitzer und Bootsführer vermutlich, von einem mitgeführten Beiboot aus das Schiff zu ankern oder es in den Hafen zu manövrieren. Dabei wurde er wahrscheinlich aus dem Beiboot an Land geschleudert, während das Motorboot mit seinem Beifahrer in Richtung Porta Westfalica abtrieb. Da der zweite Insasse, etwa 70 Jahre alt, keinerlei Erfahrung mit dem Führen von Booten hatte, war er dem abtreibenden Schiff völlig ausgeliefert. Erst kurz vor der Veltheimer Fähre kam das Motorboot zum Stehen. Der Alarm erreichte die Ortsfeuerwehr Rinteln um 17.23 Uhr, die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica eine halbe Stunde später. Da die Ortsangabe nicht genau beschrieben war, suchten die Einsatzkommandos die Weser parallel mit vier Rettungsbooten ab. Der gestrandete Bootsführer wurde schließlich am Yachthafen des Doktorsees von den Rintelner Feuerwehrkräften unverletzt entdeckt und versorgt; die Portaner sichtetenden Motorsegler in Höhe des ehemaligen Kiesloches in Veltheim. Dort war das Boot auf einer Art Sandbank zum Stehen gekommen. Der zweite Insasse befand sich noch an Bord und wurde ebenfalls von den Einsatzkräften versorgt. Dort waren inzwischen auch die Feuerwehrkameraden aus Vlotho sowie die Wasserschutzpolizei Hameln und das Wasser- und Schifffahrtsamt Minden eingetroffen. Kurz darauf traf der Bootsführer in Veltheim ein, wo er umgehend versuchte, seine "Christa" wieder flott zu kriegen - vergebens. Nachdem auch die Feuerwehrleute mit einem Kanister Dieseltreibstoff die Yacht nicht wieder zum Fahren bringen konnten und es zu dämmern begann, wurde die Bergung vertagt. Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr waren alle Mängel behoben und Boot wie Insassen konnten ihren Weg fortsetzen. Nach wie vor für die Feuerwehrkräfte aus Rinteln und Porta ein mysteriöser Vorfall. Wie der Bootsführer überhaupt an Land gekommen war, weiß selbst im Nachhinein niemand so genau. "Wir haben alle gerätselt, wie das wohl passiert sein könnte, aber so richtig konnte es sich keiner erklären", sagt Heiko Ludwig, der die Rintelner Feuerwehrleute als Einsatzleiter begleitet hatte. Auch Sachlage sowie Ortsangabe seien dem Einsatzkommando bei Alarmierung noch völlig unklar gewesen. "Zuerst hieß es, dass ein Boot mit Motorschaden auf der Weser treibe, dann war die Rede von einer Person im Wasser." Auch Michael Horst, Einsatzdokumentationsleiter und Pressewart der Feuerwehr Porta, beschreibt den Einsatz als "kurios". Es sei schon nicht alltäglich, dass ein Boot auf der Strecke bleibe - "und dann verschwindet auch noch der Bootsführer..." Mit den beiden Hamburgern hatten weder die Rintelner noch die Portaner Feuerwehrleute gesprochen.



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