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Jugendmusikschule kündigt Verträge mit Dozentinnen

Kunstwerkstatt will sich selbstständig machen

Bad Münder (st). Räumlichkeiten weg, Kunstwerkstatt weg – durch den in naher Zukunft anstehenden endgültigen Auszug aus der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule kann die Jugendmusikschule Bad Münder (JMS) der bisher unter ihrem Dach befindlichen Kunstwerkstatt dann keine geeigneten Raumbedingungen mehr bieten. Deshalb haben der JMS-Vorstand und die beiden Kunstdozentinnen Silke Behnke und Cornelia León-Villagrá die Honorarverträge aufgelöst – „einvernehmlich“ und „mit sofortiger Wirkung“, wie JMS-Vorsitzender Andreas Seidel betont. Laut Behnke war die Raumknappheit nicht der einzige Grund für die Abnabelung von der Jugendmusikschule. Die beiden Kunstdozentinnen wollen ihre Freiheit und einen eigenen Verein gründen, eine eigene Kunstschule.


Dabei hatte es die Kunstwerkstatt unter dem Dach der JMS erst seit gut zweieinhalb Jahren gegeben – damals, im Juni 2008, engagierte die Musikschule vier Pädagoginnen des kurz zuvor aufgelösten Springer Vereins „Kunst im Bahnhof“ (KiB) – darunter auch Behnke und León-Villagrá. Geldnot und ein fehlendes Domizil zwang KiB zur Aufgabe. „Es ist uns aber gelungen, den pädagogischen Anteil unter das Dach der JMS Bad Münder zu holen“, freute sich Seidel damals. Doch genau dort scheint der Hund begraben zu liegen – der „pädagogische Teil“ scheint Behnke und León-Villagrá nicht genug.

„Also machen wir uns jetzt selbstständig“, sagt Behnke. Zurzeit würden sie und ihre Kollegin eine „Zwangspause“ nehmen, die sie aber so schnell wie möglich beenden wollen. „Es stehen uns zwar bereits einige Optionen offen, aber so etwas geht leider nicht von heute auf morgen“, sagt Behnke. Ihre Schüler seien informiert worden – jetzt hoffen die beiden Dozentinnen, dass viele ihrer Schützlinge auch nach der Neugründung wieder dabei sind.

„Wir sind wirklich bemüht, das so schnell wie möglich hinzukriegen“, sagt Behnke, ein Antrag auf Förderung des Vorhabens beim Land sei angeschoben worden. „Wir wollen möglichst viele Leute in unsere neue Arbeit einbinden und haben zahllose Ideen.“ Die beiden Künstlerinnen wollen ihre neu gewonnene Freiheit nutzen und in Zukunft „offener, flexibler und kreativer“ arbeiten – „mit Aktionen und einer guten Portion Verrücktheit“, sagt Behnke. Das sei in der JMS nur schwer möglich gewesen. „Es ist einfach kompliziert, zwei so unterschiedliche Profile unter einem Dach zu vereinen“, sagt Behnke.



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