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Dorf-Vereine signalisieren Zustimmung - und melden eigenes Interesse an / Kostenvoranschlag in Arbeit

Kunstrasen: Ortsteile wollen Platz auch nutzen

Rinteln (crs). Nachdem das Lärmgutachten grünes Licht für die Erweiterung der Sportanlagen am Steinanger gegeben hat, signalisieren jetzt auch die Vereine aus den Ortsteilen ihre Zustimmung zum geplanten Kunstrasenplatz für den SC Rinteln. Unter einer Bedingung: Die Fußballer aus den umliegenden Dörfern wollen an den Spiel- und Trainingszeiten teilhaben. Unterdessen drängt der SC auf schnelle Planung für den Umbau: Bereits in einer guten Woche soll ein Kostenvoranschlag vorliegen.

"Absolut aufgeschlossen und positiv" bewertet Fußballobmann Bernd Reichelt vom TSV Steinbergen die Kunstrasen-Pläne für den Steinanger: "Wir würden einen Kunstrasenplatz in Rinteln ausdrücklich begrüßen." Allerdings unter einer Voraussetzung: Sämtliche Vereine im Stadtgebiet müssten an den Trainings- und Spielmöglichkeiten dort partizipieren können, wünscht sich Reichelt. "Und wenn es nur eine Stunde pro Woche ist - das wäre gerade im Winter eine extreme Erleichterung." "Wir legen dem SC keine Steine in den Weg", zeigt sich auch Ansgar Ruppelt, Spartenleiter Fußball beim SV Engern, den Plänen gegenüber aufgeschlossen. In seiner Zeit als Spieler in Bückeburg habe er selber die Vorteile eines Kunstrasenplatzes schätzen gelernt und weiß daher: "Für den SC wird das eine tolle Sache." Ob die umliegenden Vereine jedoch auch von den Möglichkeiten eines witterungsunabhängigen Spielbetriebs profitieren würden, bleibt für Ruppelt abzuwarten: "Es ist die Frage, ob das organisatorisch möglich ist - aber in Hameln funktioniert so was schließlich auch." "Nutzen würden wir den Kunstrasenplatz sehr gerne", sagt Fußballobmann Gerhard Bode vom TSV Exten, äußert aber eine "gewisse Befürchtung", der SC könnte den neuen Platz nur für sich nutzen: "Wahrscheinlich müssen sich die Dorf-Vereine hinten anstellen." In dieser Hinsicht ist auch Karl-Heinz Struckmann als Vorsitzender des TSV Krankenhagen skeptisch. "Bei den vielen SC-Mannschaften ist für die Vereine aus den Ortsteilen doch gar kein Platz mehr", sieht Struckmann "für unseren Verein keinen Nutzen". Dem TSV brennen auch ganz andere Sorgen unter den Nägeln: "Wir brauchen dringend einen zweiten Sportplatz", verweist Struckmann in der Diskussion um das Naturschutzgebiet am Knickbrink darauf, dass die 14 Mannschaften in Krankenhagen auf einem einzigen Platz spielen. "Dass sich da endlich was tut, ist viel wichtiger." Am Steinanger hingegen tut sich tatsächlich endlich was: Schon am Tag nach der Bekanntgabe des für den Verein positiven Lärmgutachtens hat der SC Rinteln einen Experten an den Platz geholt, dessen Kostenvoranschlag in einer guten Woche vorliegen soll. "Wir wollen schließlich nach Möglichkeit noch die Fördermittel für dieses Jahr nutzen", sagt Vorsitzender Michael Box. Das Thema Kunstrasen sieht Box "eher locker": "Das wäre ein enormer Fortschritt für die Stadt, ein Alleinstellungsmerkmal in der näheren Umgebung", sieht der SC-Chef Vorteile nicht nur für seinen eigenen Verein. In Sachen Steinanger geht es jetzt flott weiter. Am kommenden Dienstag, 9. Oktober, ist dieÄnderung des Flächennutzungsplans mit der nötigen Rückführung der Flächen von Wohnbauflächen in Sportanlagen Thema im Ortsrat, am 17. Oktober im Bauausschuss, am 18. Oktober im Verwaltungsausschuss.

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