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Rat kann sich nicht auf konkreten Beschluss einigen / Erst muss noch Lärmgutachten eingeholt werden

Kunstrasen oder nicht? SC muss weiter bangen

Rinteln (wm). Ein Gutachter war es, der letztlich die Pläne für die Bebauung des Steinangers gekippt hat. Ein Gutachter könnte es sein, der auch den vom SC gewünschten Kunstrasenplatz am Steinanger verhindert, sollte sich nämlich durch ein Lärmgutachten herausstellen, dass sich Anwohner sonntags durch Schiedsrichterpfiffe und Jubelschreie von Zuschauern gestört fühlen könnten.

So sieht sie aus, die Rolle Kunstrasen - der am Steinanger garan

SPD-Fraktionssprecher Klaus Wißmann fühlte sich bei der Ratssitzung am Donnerstagabend im Ratskellersaal dann auch an den Streit um die Tennisplätze an der Orangerie in Exten erinnert. Die hatten Anwohner per Gerichtsbeschluss nach zwei Jahren wegen Lärmbelästigung weggeklagt. Entsprechend skeptisch verließen die SC-Vorstandsmitglieder Michael Box wie Klaus Peters dann gegen 22.30 Uhr am Donnerstag den Zuhörerraum. Die Diskussion um die Steinangerzukunft war nämlich nicht gerade ermutigend für den SC verlaufen. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz ließ durchblicken, dass eine Platzsanierung in diesem Jahr kaum durchzuziehen sein wird. Er wolle sich aber beim Kreissportbund dafür einsetzen, dass die bereits zugesagten 93 000 Euro Zuschuss für den SC ins nächste Jahr übertragen werden. Thorsten Kretzer (CDU) wie Dieter Horn (SPD) verliehen unisono nochmals all' den Sportlern in den Dörfern ihre Stimme, die befürchten, sollte die Stadt tatsächlich den SC mit insgesamt 500 000 Euro sponsern, bliebe für sie auf Jahre kein Geld mehr übrig. Kretzer: "In ganz Schaumburg gibt es keinen Kunstrasenplatz." Was Günther Maack (CDU) eher als Vorteil sah, dann habe Rinteln "ein Alleinstellungsmerkmal" und daran erinnerte, die Sportanlagen in der Kernstadt seien in einem schlechteren Zustand als auf den Dörfern. Vermittelte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz: Nach seinen Informationen hätten alle Sportvereine - bis auf Krankenhagen - der Anlage eines Kunstrasenplatzes auf dem Steinanger zugestimmt, weil sie ihn auch mit benutzen könnten. Gert Armin Neuhäuser (WGS) mahnte an, der SC werde seit 1988 hingehalten und Heinrich Sasse (WGS) hielt Kretzer entgegen: Die Fachpresse lobe Kunstrasenplätze, die heute auch nicht mehr vergleichbar wären mit dem Platz, der in Bückeburg aufgegeben und in einen Rasenplatz zurückgebaut worden sei. Eine neue Front eröffnete Paul Egon Mense (FDP) der darauf verwies, dass der Reitverein einen größeren Außenplatz braucht, und vorschlug, den künftigen B-Platz des SC längst der Straße anzulegen und das frei werdende Grundstück den Reitern zuzuschlagen - die Gesamtfläche für den SC verkleinere sich dadurchnicht. Hier suchte Günther Maack zu schlichten ("auch wenn ich mich bei den Einwohnerschützen jetzt unbeliebt mache"), der vorschlug, dann doch lieber die Einwohnerschützen ins Eichenwäldchen auszulagern, wie es ursprünglich angedacht gewesen sei. So löste sich der konkrete Antrag der WGS, den vorhandenen A-Platz als Rasenplatz zu sanieren, den B-Platz als Kunstrasenplatz auszubauen und die restliche Fläche zwischen A-Platz und Drift als Trainingsrasenfläche anzulegen im Laufe der Diskussion immer mehr auf. Ratsfrau Ursula Helmhold (Grüne) warnte, der Rat solle "nicht aus der Hüfte schießen". Dr. Marc Lemmermann (CDU) empfahl, auch die finanziellen Auswirkungen und eventuelle Alternativen zu prüfen, so dass am Ende Sasse resignierte: "Ich glaube, die Nummer ist noch nicht zu Ende." Stichwort für Ursula Helmhold, grundsätzliche Aspekte zu beleuchten, die Gerechtigkeitslücke bei der Verteilung der Zuschüsse an Sportvereine nämlich. Die Verwaltung sollte doch erst einmal feststellen, wie viel jedem Sportverein zusteht: Wie viele Männer hat er, wie viele Frauen, wie viel Geld wird für Jugendarbeit ausgegeben? Am Ende blieb es dann bei der eher unverbindlichen Formulierung, die Anlage eines Kunstrasenplatzes werde unter "bauplanungsrechtlichen, finanzpolitischen,ökologischen und immissionsrechtlichen Gesichtspunkten "geprüft"! Der Reitverein soll erst ein Finanzierungskonzept vorlegen, das Einwohnerschützen-Bataillon aber einen Pachtvertrag erhalten.

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