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Dorothea Insinger ruft im tbz-Bildungszentrum Gemeinschaftsprojekt ins Leben

Kunstprojekt Insel: "Weil ich mich gerade schiffbrüchig gefühlt habe"

Rinteln (clb). Wo man auch hinschaut -überall sind Palmenblätter, Bambusstäbe und hängende Pflanzen zu sehen. Aufwendig mit Naturmaterialien ist der Tisch dekoriert, rings herum hängen weiße und braune Masken und Puppen, die an wilde Naturstämme aus der fernen Südsee erinnern. Auch verschiedene Stöcke, rot-weiße Rettungsringe, ein großes Fischernetz und eine Flaschenpost kann man entdecken. Kleine Kieselsteine und feiner heller Sand weisen den Weg zur "Insel"...

Dorothea Insinger ist stolz auf das Projekt, das sie gemeinsam mit ihren fünf Kolleginnen im neuen Technologie- und Bildungszentrum (tbz) im ehemaligen Marktkauf-Baumarkt auf die Beine gestellt hat. Bis "die Insel", wie der Titel des Kunstobjekts lautet, fertiggestellt war, hat es drei Wochen gedauert. "Mit einem Stück Holz fing alles an. Daraus hat sich dann das Projekt entwickelt", erzählt die 40-jährige Bückeburgerin, die ursprünglich aus West-Berlin kommt und gelernte Zierpflanzengärtnerin ist. Nachdem Dorothea Insinger einige Zeit an der Technischen Universität von Berlin gearbeitet hatte und zwischenzeitlich auch selbstständig war, zog es sie - der Liebe wegen - nach Westdeutschland. Doch dort hatte sie es nach der Geburt von drei Kindern und der anschließenden Elternzeit zunächst schwer, wieder ins Berufsleben zurück zu finden. Da sich die 40-Jährige aber dazu entschlossen hatte, wieder halbtags zu arbeiten, nimmt sie seit dem 1. April an den Kursen und Seminaren im tbz teil. Das neue Technologie- und Bildungszentrum, das Anfang des Jahres offiziell im Gebäude des ehemaligen Marktkauf-Baumarktes eingeweiht worden ist, hat sich mittlerweile zu einer gefragten Anlaufstelle für Arbeitslose entwickelt. Auf dem 9000-Quadratmeter-Areal haben diese die Möglichkeit, in die Gewerke Bau, Metall und Elektro sowie Garten- und Landschaftsbau hineinzuschnuppern - und produktiv mitzuarbeiten. So wie Dorothea Insinger. "Ich hatte mir für mein Projekt das Thema Schiffbruch ausgedacht, da ich mich so ähnlich gefühlt habe", erklärt die Bückeburgerin den Hintergrund ihrer Idee. Und nach und nach seien immer mehr Teilnehmerinnen hinzugekommen. Über das Stück Holz, mit dem alles angefangen hat, seien immer mehr Ideen entstanden. Und nicht nur das: "Die Frauen haben ihnen bislang unbekannte, kreative Fähigkeiten entdeckt und haben ihre Persönlichkeiten völlig neu entfaltet", erklärt sie. Auch das Engagement der Projektmitarbeiterinnen sei "einfach unglaublich" gewesen: "Die Leute sind nach Feierabend noch aktiv gewesen, sind zu den Feldern gefahren und haben Gräser und Äste abgeschnitten." Auch Werner Tünge, tbz-Leiter des Standortes Rinteln, ist beeindruckt von dem Ergebnis und der guten Zusammenarbeit: "Einige sind total vermauert zu uns gekommen und es war schön mitanzusehen, wie diese Mauern nach und nach fallen." "Die Insel" soll noch einige Zeit in der tbz-Halle stehen bleiben, damit sich auch Schulklassen das Kunstwerk anschauen können. Denn intensive Berufsorientierung mit Schülern ab der achten Klasse - darauf will sich Tünge in nächster Zeit konzentrieren. "Wichtig ist uns, den Schülern Kreativität beizubringen, ihre Fantasie anzuregen und sie auch mal zum Träumen zu bringen." Gleichzeitig könnten die Jugendlichen bei solchen Projekten geografische Erkenntnisse gewinnen. Dorothea Insinger und ihr Kreativ-Team haben sich inzwischen schon auf das nächste Kunstwerk gestürzt - das neben kreativen Inhalten auch visuelle und futuristische Elemente beinhaltet. Das Objekt trägt soll den Namen "Liebe und Leben" tragen...




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