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Kunsthandwerkermarkt: Glasperlen und ein gut bestückter Paul

BAD MÜNDER. Plätzchenbäcker, Puppenmuttis, Topflappen-Strickerinnen und Glasperlen-Herstellerinnen, sie alle haben sehnlich auf diese zwei Tage gewartet. Zum sechsten Mal hatten Angelika Kemmerich, Andrea Ehlers und Petra Bock zum Kunsthandwerkermarkt in die Grundschule eingeladen.

Beim Handwerkermarkt gibt es viel zu bestaunen: Von Schmuck, über Glasperlen bis hin zu Puppen reicht die Bandbreite an den Verkaufsständen. Fotos: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Gutes kaufen und Gutes tun“, so das Motto des Marktes, der in diesem Jahr erstmals unter der formellen Regie der münderschen Tafel veranstaltet wurde.

„Wir haben wieder 22 Aussteller aus dem Landkreis und der Region Hannover zu Gast. Stammkunden und Neulinge“, sagte Kemmerich. Der Erlös des zweitägigen Marktes geht je zur Hälfte an die Tafel und ans Hospiz. Schon wenige Stunden nach Eröffnung drängen sich die Besucher in der vom Duft des Kaffee- und Kuchenbuffets erfüllten Aula und einige Gänge der Grundschule. Als jüngste Teilnehmer sind wieder die 8-jährige Jana und ihre beiden Geschwister Hannah (10) und Philip (12) dabei. Wie in den Vorjahren hat das Trio aus Welliehausen erneut wochenlang selbst gebacken. „Fünf Kilo Marzipan und drei Kilo Sahnetrüffel haben wir verarbeitet“, erklärt Hannah. Der Renner in diesem Jahr sind allerdings zwei Liköre, neben dem aus Eiern auch einer aus Schoko-Pralinen. Während der Keksabsatz der drei anläuft, ist Ute Salmen vom „Forum Glas“ gleich nebenan am Stand von Gabriele Schulz aus Hameln „hin und weg“. Die archäologische Restauratorin hat sich ganz auf Glasperlen spezialisiert. Ausführlich lässt sich Glasfusing-Expertin Ute Salmen in die Technik der Glasperlenherstellung einweisen. Die beiden Glas-Expertinen geraten ins Fachsimpeln. „Als ich vor vier Jahren ein altes Sachsengrab bearbeitet habe, in dem eine Glasperle war, habe ich Gefallen an diesem Hobby gefunden“, berichtet die 54-jährige Archäologin.

Direkt am Eingang zeigt Melanie Söllner aus Hannover ganz besonderen Schmuck. Den hat sie aus Kaffeekapseln hergestellt. „George Clooney habe ich zwar nicht dabei, aber der Schmuck geht auch ohne ihn“, lacht die 46-jährige Angestellte bei der Staatsanwaltschaft Hannover. Mit einer Zange und anderen Werkzeugen bringt sie die Alu-Kapseln in künstlerische Schmuckformen. „Das ist auch ein Beitrag zum Umweltschutz“, stellt sie klar. Schließlich seien die Alu-Kaffeekapseln eine riesige Umweltschweinerei.

Während Marion Schubert auf dem Gang „Indianisches und Magisches“ in Form von Traumfängern anbietet, zieht Puppen-Oma Bille aus Hameln ihrem Paul gerade die Hose aus. Zutage kommen kleine Windeln und tatsächlich zeigt sich Puppe Paul darunter echt gut bestückt. „Alles wie´s sein soll“, schmunzelt Sibylle Prüssner.

Nicht nur für ihre vier Enkelkinder stellt sie fast das ganze Jahr über Stoffpuppen unterschiedlichster Art her. „Nur in Januar und Februar mache ich Pause“, so die 67-jährige Puppenmutti.

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