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Kunstexperte der evangelischen Kirche lobt den Gesamteindruck

Kunstbeauftragter Martin Benn begutachtet die St. Petri-Kirche

Flegessen (hzs). „Der Leuchter hängt zu tief und ragt in die Blickrichtung. Hier in die Fensterbank könnten Sie ein offenes Buch legen. Warum nehmen Sie die letzte Bank nicht raus und schaffen so einen kleinen Platz?“ Anregungen und Fragen, die der evangelische Pfarrer und ehemalige Kunstbeauftragte der Landeskirche von Hessen und Nassau, Martin Benn, bei seiner Stippvisite in der St. Petri-Kirche an Kirchenvorstand und interessierte Gäste richtete.

Der örtliche Taufengel sollte nach Benn nicht tiefer gelegt werd

Benn, Theologe und ausgebildeter Yoga-Lehrer, hat sich mehr als zehn Jahre als Kunstbeauftragter um die Gestaltung von Sakralräumen gekümmert. Der derzeit als Hochschulpfarrer in Darmstadt tätige Theologe gilt als gefragter Experte, wenn es um die „stimmige Einrichtung“ von Kirchenräumen geht. Benn konnte auf Initiative von Pastor Dietmar Adler im Rahmen der Jahresaktion „Kunst und Kultur“ des Kirchenkreises für einen Besuch in Flegessen gewonnen werden. „Wir sind sehr froh über die Beratung, zumal Martin Benn in unserem Kirchenkreis in diesem Jahr nur noch in einer weiteren Gemeinde in Erscheinung treten wird“, betonte Pastorin Uta Bösche-Ritter.

„Kirche ist ein Raum, in dem Glauben eine Form gegeben wird“, stellte der Kunstexperte bei seiner Begehung fest. Manchmal verwechselten die Gemeindeglieder allerdings eine „anheimelnde Atmosphäre“ mit der „heiligen Qualität“ des Ortes. Sakrale Raumgestaltung dürfe nie banal sein, müsse immer dem „ganz anderen Ort“ gerecht werden. Auf die größten Stilbrüche trifft Benn in Sakralräumen immer dann, wenn dort Dinge zu finden sind, die ihre Bedeutung verloren haben. In der Flegesser Kirche ist dies ein an eine Henry-Moore-Skulptur erinnernder überdimensionaler Kerzenhalter, der wie ein Fremdkörper am Rande des Altarraums steht. Aber auch an die Empore geschraubte elektrische Leuchten im Baumarktstil stören den ansonsten, so Benn, „überaus stimmigen Gesamteindruck des Innenraumes.“

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