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Für „Kapitalisten und alle, die Geld ausgeben wollen“: Fruttuoso Piccolo versteigert fast 100 Bilder

Kunst-Auktion als Kunst-Aktion

Sülbeck (lmh). Fast hundert Bilder hat der Sülbecker Künstler Fruttuoso Piccolo – der den Künstlernamen Mao führt – am Sonntag zur Versteigerung angeboten. Im Zuge der „Offenen Ateliers“ öffnete der Maler und Bildhauer nicht nur seine Arbeitsräume und den privaten Garten für Kunstinteressierte und Neugierige, sondern brachte auch großteils großformatige Kunst von sich und einer internationalen Auswahl anderer Maler unter die Besucher.

Vom Balkon seines Hauses begrüßte Piccolo seine Gäste: „Willkommen, liebe Kunstinteressierte, Kapitalisten und alle, die Geld haben und es ausgeben wollen.“ Dabei kam es dem Künstler nicht wirklich auf das Geldverdienen an. „Es war eine Kunst-Aktion, keine Kunstauktion“, stellte der 58-Jährige seine Sicht der Dinge dar. Er habe der Kunst einen Wert geben wollen, statt sie auf seinem Dachboden verstaubten zu lassen. Die Einnahmen gingen je zur Hälfte an das Kommunikationszentrum „Alte Polizei“ und die Hannoveraner Initiative für ein internationales Kulturzentrum in Niedersachsen (IIK). Das Startgebot der meisten Bilder lag zumeist bei 100 Euro. „Das ist ja nicht mal der Materialpreis“, raunten die Auktionsgäste immer wieder – und kauften dann doch nur vereinzelt. Bei Formaten von bis zu 260 mal 140 Zentimetern stellte sich den meisten einfach ein Platzproblem.

„Generell ist es so, dass die Arbeit eines Künstlers heute gar nicht mehr wertgeschätzt wird“, bemerkte Wolfgang Ohmes, einer der Besucher. „Wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe und die Zündkerzen tauschen lasse, bin ich ruck-zuck 100 Euro los und zahl die, ohne mit der Wimper zu zucken.“

Etliche der Versteigerungsbesucher zahlten dann aber doch auch für Kunst und erwarben einen „echten Mao“. „Ich war ganz perplex, dass so viele Leute da waren und gekauft haben“, äußerte sich der Künstler hinterher zufrieden. „Das war natürlich alles total unter Wert. Aber was nutzt es mir, wenn ich große Bilder male, und keiner sieht die? So lebt die Kunst irgendwie weiter und bekommt eine Funktion.“




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