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Neues Projekt: Eg Witt fragt Reisende nach dem Woher und Wohin

Kunst sucht Kontakt am Radweg

Rinteln (ur). Seit Tagen schon nutzt Maler und Bildhauer Eg Witt die schöneren Stunden des Herbstes, um sich mit gezückter Kamera am Weserradweg kurz vor dem Clubheim der Kanuten zu positionieren. "Ich suche den Kontakt mit Gruppen und Einzelnen, die sich ihr Urlaubsziel nicht mit dem Auto erobern, sondern respektvoll mit dem Fahrrad", beschreibt Witt seine Intention.

Er befragt die Radler nach dem Woher und Wohin, nach Motiven, Erlebnissen, nach Beruf und Reisedauer. Und lässt sich von ihnen gleich eine "Willenserklärung" unterschreiben, wonach die Befragten bereit sind, sich ablichten und die Fotos im Original oder überarbeitet in das Kunstprojekt "Weserrad" einfließen zu lassen. Was aus dieser kurzen Begegnung geworden ist, können die Freunde Wittscher Kunstintentionen im kommenden Jahr im Rahmen einer Ausstellung besichtigen - einer Ausstellung, zu der die Teilnehmer der jetzigen "Wegelagerei" als Teil von Kunst eine persönliche Einladung erhalten werden. "Ich hatte dabei schon sehr ungewöhnliche Begegnungen", erinnert sich Witt. So traf er einen Weltenbummler aus dem Hamburger Raum, der seine Personalien mit "Wolfgang Schröder, Faktotum" angab und über den Weserradweg hinaus nach Wien über Salzburg radeln will "und dann vielleicht weiter bis ans Schwarze Meer". Andere haben sich "nur" für einige Tage auf den Weg gemacht, wie etwa Ingrid und Kurt aus Coesfeld oder die Familie Stephan, Leon Menne und Dunja Schramm aus Diemelstadt: Gemeinsam ist allen bei ihren unterschiedlichen Intentionen des Reisens, dass sie die Landschaft nicht in hochmotorisierter Reisegeschwindigkeit nur beiläufig wahrnehmen, sondern sie sich Kilometer für Kilometer und den unterschiedlichsten Wetterverhältnissen ausgesetzt erfahrbar machen. "Man fühlt sich mit diesen Menschen sofort auf irgendeiner Ebene verwandt - eben weil sie ernst machen mit einem behutsamen Verhalten gegenüber der Natur und der Welt insgesamt", gibt Witt ein vorläufiges Resümee. Und ist schon wieder mit der Kamera auf dem Weg, um neue Kontakte für Kunst und Lebenskunst zu schließen.



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