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Bald Binnenfrachter mit bis zu 139 Metern Länge / Rascher Ausbau der Wasserstraße mit neuen Schleusen

Künftig Riesenschiffe auf der Mittelweser

Minden/Bremen (mt). Die zukünftige Bedeutung des Binnenschifffahrtsweges Mittellandkanal zwischen Minden und Bremen bildete einen Schwerpunkt auf dem "Wesertag 2008" in Bremerhaven.

Durch den geplanten Ausbau der Wasserstraße "Mittelweser" soll a

Die Mittelweser soll bis zum Jahr 2012 durch den Neubau von Schleusen und Anpassungsmaßnahmen in der Fahrrinne für den Verkehr mit Großmotorgüterschiffen ausgebaut werden. Während die Mittelweser derzeit nur von so genannten Europa-Schiffen mit einer Länge von 85 Metern befahren werden kann, soll ab dem Jahr 2012 ein Verkehr mit bis zu 139 Meter langen Binnenschiffen möglich sein. Hierdurch wird es nach Angabe von Klaus Wedemeier, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Weser, zu einer nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Binnenschiffstransporten kommen, da zum Beispiel statt gegenwärtig nur rund 50 Containern zukünftig bis zu 135 Container auf einem Binnenschiff auf der Mittelweser transportiert werden können. Für den Transport von Massengütern wie Kohle oder Mineralöl werde es vergleichbare Vorteile geben. Damit würde zukünftig den bremischen und niedersächsischen Seehäfen an der Weser eine leistungsfähige Hinterlandanbindung an den Mittellandkanal zur Verfügung stehen. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Weser ist es erforderlich, die neuen Verkehrsmöglichkeiten auf der Mittelweser ab dem Jahr 2012 intensiv zu nutzen, um die in allen Prognosen erwarteten Zuwächse im Güterumschlag der deutschen Seehäfen auch im Hinterlandverkehr der Seehäfen bewältigen zu können. "Bei der ausgewogenen Nutzung von Straße, Schiene und Wasserstraße muss die Reduzierung der Schadstoffemissionen des Güterverkehrs im Vordergrund stehen", fordert Klaus Wedemeier. Mit der Vertiefung von Außen- und Unterweser muss noch im Jahr 2008 begonnen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Seehäfen an der Weser zu sichern. Die derzeit laufenden Planfeststellungsverfahren müssen hierfür spätestens im zweiten Halbjahr 2008 abgeschlossen werden, forderte Klaus Wedemeier gestern weiter. Nachdem die Untersuchungen und Gutachtenüber die Auswirkungen der Baumaßnahmen gezeigt hätten, dass die geplanten Maßnahmen keine Auswirkungen auf die Deichsicherheit haben und auch die ökologischen Folgen nur gering sind und durch angemessene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden können, sprach sich Wedemeier für einen zügigen Abschluss der Genehmigungsverfahren aus. Der Nord-Ostsee-Kanal als bedeutender Schifffahrtsweg für den Feederverkehr von den deutschen Nordseehäfen in die Länder des Baltikums muss nach Auffassung von Wedemeier ebenfalls zügig vertieft werden. Angesichts der Zunahme der Containertransporte zwischen den großen Containerterminals an Weser und Elbe und den baltischen Ländern werden mittlerweile Schiffe mit einer Kapazität von bis zu 1800 Container (20´ TEU) eingesetzt, die jedoch aufgrund der Tiefgangsbeschränkungen im Nord-Ostsee-Kanal nur zu etwa 75 Prozent ausgelastet werden können. Der zeitliche Vorteil der Fahrt durch den Kanal beläuft sich gegenüber den Konkurrenzhäfen in den Niederlanden und Belgien, die auf dem Weg ins Baltikum um die Nordspitze von Dänemark fahren, auf etwa 36 Stunden. Zum Abschluss seiner Ausführungen auf dem Wesertag kritisierte Wedemeier die vom Niedersächsischen Umweltministerium beabsichtigte Verlagerung der Zuständigkeiten für die gesamten niedersächsischen Küstengewässer auf die Nationalparkverwaltung Wattenmeer. Es sei das völlig falsche politische Signal, landespolitische Entscheidungen über die Nutzung der Küstengewässer einschließlich der Schifffahrtswege Weser, Elbe und Ems einer Behörde zu überlassen, die ganz bewusst und zu recht andere als ökonomische Interessen zu wahren hat.

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