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Küchenpsychologische Rundumschläge

Zu: „Lehrer sind immer eine schwierige Klientel“, vom 27. Dezember

Im Interview zum Umgang der Lehrerschaft mit Kritik bemerkt Herr Wernstedt, dass die Lehrer sich „von ihren Repräsentanten nicht ausreichend gewürdigt“ fühlen. Das ist angesichts des Umgangs der Landespolitiker mit den Lehrerinnen und Lehrern eine nur allzu wahre und nachvollziehbare Feststellung.

Was allerdings Herr Wernstedt auf die folgenden Fragen antwortet, ist geradezu eine Diffamierung der Lehrerschaft! Der ehemalige SPD-Kultusminister beklagt sich darüber, dass ein vernünftiger Streit über die aktuellen Beschlüsse der SPD-geführten Landesregierung mit den Lehrern so schwer sei. Diese Aussage muss in den Ohren aller betroffenen Lehrer, Eltern und Schüler wie Hohn klingen! In unzähligen Diskussionsveranstaltungen haben wir versucht, den Politikern die Tragweite ihres Beschlusses deutlich zu machen und Alternativen angeboten, immer wieder kamen nur die gleichen Phrasen. Die von uns vorgetragenen Fakten zum Beispiel zur Lehrerarbeitszeit wurden nie ernst genommen. Wenn eine Landesregierung nicht nur ihre Wahlversprechen bricht (Ministerpräsident Weil vor der Wahl: „Von mir haben die Gymnasien nun wirklich nichts zu befürchten“), sondern sich zu einer Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung derjenigen Beschäftigten entschließt, die nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen bereits die höchste Arbeitsbelastung aller niedersächsischen Beamten haaben, darf sich auch ein ehemaliger Landtagspräsident nicht wundern, dass die Betroffenen (dies sind nicht nur die Lehrer, sondern auch ihre Schüler und deren Eltern!) sich wehren und auf die völlig verfehlten politischen Entscheidungen hinweisen. Dies nun darauf zurückzuführen, dass Lehrer eine mangelhafte Kritikfähigkeit hätten, zeugt von einer völligen Fehleinschätzung der Lage und ist ein sehr armseliger Versuch der Rechtfertigung einer verfehlten SPD-Bildungspolitik. Auch ich bilde – wie es Herr Wernstedt früher gemacht hat – junge Lehrerinnen und Lehrer aus. Ich erlebe bei den allermeisten eine sehr ausgeprägte Kritikfähigkeit und ein sehr großes Engagement für ihren zukünftigen Beruf. Herr Wernstedt sollte gemeinsam mit seiner Landtagsfraktion diesen jungen Lehrern mal erklären, warum die Landesregierung sie nun in die drohende Arbeitslosigkeit schickt, anstatt mit küchenpsychologischen Rundumschlägen die Schuld bei den Lehrern zu suchen.

Frank Hilker, Hannover

Der ehemalige Landtagspräsident Rolf Wernstedt – unser Leser meint, Wernstedt „sollte gemeinsam mit seiner Landtagsfraktion diesen jungen Lehrern mal erklären, warum die Landesregierung sie nun in die drohende Arbeitslosigkeit schickt“.




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