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Kriminalitätsstatistik: Zahl der Einbrüche geht zurück

BAD MÜNDER. Weniger Straftaten, ähnlich hohe Aufklärungsquote wie im Vorjahr: Mit den Zahlen, die die Kriminalitätsstatistik 2016 für den Bereich des Kriminalkommissariats Bad Münder auswirft, ist der Leiter Ulrich Mathies durchaus zufrieden: „Kein Grund, sich zurückzulehnen – aber auch kein Grund, sich zu verstecken.“

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

1425 Fälle bearbeiteten die Ermittler, im Jahr zuvor waren es noch 1721 Fälle, 296 mehr. 68 Prozent konnten – wie schon im Vorjahr – aufgeklärt werden.

Froh ist Mathies über eine Null in der Statistik – kein Mord, kein Totschlag im vergangenen Jahr. Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen, in denen die Polizei ermittelte, sank von 25 auf 13. Von 141 Körperverletzungen konnten 135 Taten aufgeklärt werden – die vergleichsweise hohe Quote liegt an dem oftmals speziellen Verhältnis von Tätern und Opfern, in den meisten Fälle sind sie sich bekannt.

Ein Bereich, der die Opfer emotional oft ebenso stark trifft wie eine Körperverletzung, ist der Wohnungseinbruch. „Das Gefühl, dass jemand in den ganz privaten Bereich eingedrungen ist, vielleicht Schubladen und Wäsche durchwühlt hat, ist für viele Betroffene neben dem eigentlichen Schaden eine große Belastung“, weiß der Kommissariatsleiter. Was bleibe, sei oftmals ein großes Gefühl der Unsicherheit. „Das geht so weit, dass Geschädigte nach einem Einbruch sogar überlegen, ihr Haus oder ihre Wohnung zu verkaufen und umzuziehen“, sagt Mathies. In der Statistik ist für den Deliktbereich „Schwerer Einbruch“, unter den alle Einbrüche fallen, bei denen Sicherungen gewaltsam umgangen wurden, ein Rückgang um 77 Taten festzustellen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Wohnungseinbrüchen. Während ihre Zahl im Bereich der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden 2016 um rund neun Prozent anstieg, nahm sie in Bad Münder ab – von 58 auf 41 Taten. „Das ist sehr gut“, stellt Martina Thiedau, die Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes, fest.

Grundsätzlich sei ein Stadt-Land-Gefälle bei Einbrüchen zu beobachten, die geringere Zahl der Einbrüche in ländlicheren Regionen führt sie unter anderem auf die fehlende Anonymität zurück. „Es fällt einfach schneller auf, wenn sich Unbekannte in einem Wohngebiet bewegen“, sagt sie. Und gerade der persönliche Kontakt, die Sensibilität einer Nachbarschaft, sei neben entsprechender Sicherung der Wohnung ein wichtiges Mittel gegen Einbrecher. Die beschlossene Verschärfung der Strafen für Wohnungseinbrüche begrüßen die heimischen Ermittler. „Wir investieren zudem viel Zeit in Präventionsarbeit und Streifenfahrten“, sagt Mathies.

Immer häufiger müssen Ermittler aber auch in die Tiefen des Internets abtauchen, um Straftaten aufzuklären. Mit der zunehmenden Nutzung des Netzes zum Einkaufen und Bezahlen mehren sich auch die Betrugsfälle. Dabei standen die Ermittler in der Vergangenheit aber oftmals vor einem Problem: Telekommunikationsanbieter mussten die IP-Adressen von Computern bislang nur eine Woche speichern – häufig wurden Betrugsfälle aber nicht sofort von den Betroffenen angezeigt. Von einer Gesetzesänderung, die längere Speicherfristen erlaubt und die ab Juli greift, erhoffen sich die Ermittler bessere Aufklärungsmöglichkeiten. Neben einer intensiven Schulung der Ermittler reagiert die Polizei auch mit der Einrichtung spezieller Abteilungen auf die zunehmende Vielfalt der Kriminalität über das Internet.

Grundsätzlich sieht Mathies die Kriminalitätsbekämpfung in Bad Münder auf einem guten Weg: „Das vergangene Jahr war ein zufriedenstellendes bis gutes Jahr aus polizeilicher Sicht.“



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