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Expertin: Kreisstadt in Vorreiterrolle

Kriminalität: Vorbeugung als Bürgersache

Stadthagen (jl). Die Vorbeugung gegen Kriminalität und die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger sollte zu einer bürgerschaftlichen Angelegenheit auf möglichst breiter Basis werden. Das ist der Kern der Empfehlungen der Wissenschaftlerin Ruth Linssen aus ihrer Bewertung der kriminologischen Regionalanalyse für Stadthagen. Der Ball wurde in der Sitzung des Ratsausschusses für Sicherheits- und Ordnungsfragen aufgenommen. Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) stellte einen Aktionsplan in Aussicht, der in wenigen Wochen vorliegen soll.

Linssen hat die 2003 von Polizei und Stadt erstellte Regionalanalyse ausgewertet. Dabei hat sie eine "eine hohe Akzeptanz des Themas Kriminalprävention" ausgemacht. Diese Bereitschaft sollte nach ihrer Meinung aufgegriffen werden. Linssen sprach sich gegen Formen wie Informationsveranstaltungen und Vorträge aus. Besser seien konkrete Aktionen, zugeschnitten auf die örtlichen Verhältnisse und Probleme. Dazu seien genaue Analysen und "modernes Projektmanagement" nötig. Ein Ansatzpunkt, den Linssen aus der Regionalanalyse bekommen hat, ist die Stadthäger Weststadt. In den Befragungen sei deutlich geworden, dass der Stadtteil nicht so sehr unter extremer Kriminalität, sondern eher unter einem schlechten Image leide. Dieses könnte nach Meinung der Expertin aufpoliert werden, indem Plätze per Mitmachaktionen oder Straßenfeste belebt, die bauliche Gestaltung so geändert werde, dass das Viertel einladender werde. Daran müsse dann mit allen möglichen Bündnispartner - vom Bürger, über die Stadt bis zum Wohnungsbauunternehmen - gearbeitet werden. In anderen Fällen seien auch Bündnisse mit der mittelständischen Wirtschaft denkbar. Das schaffe Synergieeffekte. Auf keinen Fall dürften so genannte Nicht-Orte entstehen. Das sei kriminalitätsfördernd. Hartmut Pfeiffer vom Landeskriminalamt (LKA) ging in der Debatte davon aus, dass "Sie beim genaueren Hinsehen noch mehr Nicht-Orte entdecken werden". Auf jeden Fall sind Pfeiffer, Linssen und Axel Bergmann, der Präventionsbeauftragte der Stadthäger Polizei, bereit, die künftigen Anstrengungen der Stadthäger auf diesem Gebiet zu begleiten und wissenschaftlich auszuwerten. Stadthagen könnte laut Linssen sogar zur Modell-Präventionsstadt für Niedersachsen werden, weil es typisch für viele kleinere Städte sei. Bei weiteren Vorhaben müssen nach Meinung der Expertin unbedingt verstärkt Stadthäger mit Migrationshintergrund einbezogen werden -bei Umfragen und in multikulturellen Projekten. Deren Sicherheits- und Lebensgefühl sei durch die Analyse nicht erforscht werden. Über den von Hellmann in Aussicht gestellte Projektvorschlag soll in sechs bis acht Wochen im Ausschuss diskutiert werden. Dann soll auch geklärt werden, ob die begleitende Unterstützung der Experten in Anspruch genommen wird.



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