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Stadthäger Polizei stellt Statistik vor

Kriminalbilanz: Viele Schläger sind unter 25

Stadthagen (jcp). Immer mehr junge Menschen unter 25 Jahren lassen immer häufiger unter Alkoholeinfluss das Faustrecht gelten. Das ist das Fazit der Stadthäger Polizei zur Kriminalstatistik 2007. Der Wunsch der Ordnungshüter: Die gesellschaftliche Akzeptanz des Rausches sollte kritischer hinterfragt werden.

Die Anzahl der Delikte mit Körperverletzungen in Stadthagen hat mit insgesamt 295 erfassten Fällen gegenüber dem Vorjahr mit 230 Fällen um 28 Prozent zugenommen. Als "deutliches Warnsignal" bezeichnete Mathias Schröder, Leiter der Polizei Stadthagen, den Umstand, dass über 50 Prozent der Fälle von gefährlicher Körperverletzung von Tätern im Alter zwischen 14 und 25 Jahren verübt werden. Bei vielen der jugendlichen Täter sei zudem festzustellen, dass sie über einen niedrigen Bildungsstand verfügten. "Wenn man mit Rhetorik nicht mehr vorankommt, geht es mit der Faust weiter", so Schröder. Die Polizei sei mit einer Vielzahl von Maßnahmen bemüht, das Problem "an der Wurzel zu bekämpfen". Schröder lobte indiesem Zusammenhang die bereits laufende Zusammenarbeit mit den Schulen, dem Jugendamt des Landkreises und dem Amt für Ordnungs- und Bürgerdienste der Stadt. Eine weitere Facette des Problems, mit der die Gesellschaft, so Schröder, "offen umgehen" müsse: Viele der jungen Täter stammen aus Familien mit Migrationshintergrund. Deshalb sei "Integration auch Prävention". Axel Bergmann, Präventionsbeauftragter der Polizei in Stadthagen, meinte dazu: "Wir brauchen Polizisten mit Migrationshintergrund. Soweit ich weiß, gibt es das in Schaumburg bisher nicht." Bei fast 30 Prozent der von Jugendlichen verübten Gewaltdelikte handelten die Täter unter Alkoholeinfluss. "Das Problem ist nicht nur eines für die Polizei, sondern ein gesamtgesellschaftliches", sagte Schröder. Erwachsene, vor allem Eltern, seien Vorbilder. Die gemeinhin akzeptierte Konvention, dass das Betrinken zu einem Fest dazugehört, solle "sorgfältig überdacht" werden. Weitestgehend positiv fielen andere Teile der Kriminalstatistik aus. Die Zahl der Wohnungseinbrüche und Autoaufbrüche bewege sich mit 55 beziehungsweise 111 "auf niedrigem Niveau", wie Kripo-Chef Michael Panitz erklärte. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen aus Autos sei zudem im Vergleich zum Vorjahr von 13 Prozent auf 25 Prozent gestiegen. Das Thema "Drogen" kommentierte Polizei-Leiter Schröder mit der Feststellung, es gebe in Stadthagen "weiterhin keine offene Drogen szene". Wichtig sei aber, der Verharmlosung "weicher" Drogen wie Marihuana entgegen zu wirken. Schröder: "Die hochgezüchteten Mischungen von heute haben nichts mehr mit dem Kraut zu tun, das in den 60er und 70er Jahren die Runde machte."



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