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Kreisverkehrswacht Hameln-Pyrmont feiert 50-Jähriges

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Autor:

Christoph Huppert

„Wir wollen zum 50. Jubiläum kein gegenseitiges Schulterklopfen veranstalten, sondern wie immer ein Sachthema in den Vordergrund stellen“, so der Vorsitzende, der Hamelner Amtsgerichtspräsident Herbert Seutemann.

Gekommen waren zahlreiche Prominente wie die Landtagsangeordnete Petra Joumaah und das ehemalige Landtagsmitglied und der langjährige Präsident der Landesverkehrswacht, Dr. Wolfgang Schultze. Vor dem Saal hatten die Öffis eine Reihe E-Bikes und Pedelecs aufgestellt, Polizei und Sparkasse Hameln- Weserbergland einen kleinen Park von Elektroautos aufgebaut. Die wurden zu Probefahrten reichlich genutzt.

„Fährt sich toll. Absolut leise, zieht stark durch und erinnert stark an einen Autoscooter“, schwärmte ein Teilnehmer. Es gehe um „Innovationskultur“, so der Bezirksvorsitzende Karsten Becker, der angesichts der rapiden Zunahme von E-Bikes eine entsprechende Anpassung des Radwegenetzes im Weserbergland forderte.

Sehr klaren Worte zum Stand der Entwicklung der E-Mobilität in Deutschland fand dann der Präsident des Bundesverbandes Elektromobilität, Kurt Sigl. „Politik und Autoindustrie“, so der Ingolstädter, „haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und sind die großen Bremser.“ Nicht nur die unklare Besteuerung sei zu bemängeln, auch die Politik des ehemaligen Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer sei ein glatter „Rohrkrepierer“ gewesen, die von Klaus Dobrindt kaum besser. Sigl warnte: „Auch China hat im Autobau mittlerweile europäische Standards erreicht, will aber erst einmal den eigenen Markt versorgen.“

Die Zeit für die deutschen Autobauer, die sich noch in der Komfortzone ausruhten, laufe ab. Sigl: „Wenn wir da politisch und technologisch nicht langsam in die Pötte kommen, ist der Zug abgefahren.“ Ausführlich und durch eigenen Erfahrungen fundiert, schilderte Sigl die Vorzüge von Elektroautos, die seitens der Werbung der deutschen Autoindustrie jedoch noch immer in ihrer Zukunftssicherheit massiv beeinträchtigt würden. „Wir wollen die Welt leiser machen und dann diskutiert man über künstliche Geräuschkulissen, das ist absurd.“

Sigls Thesen fanden bei den Anwesenden großen Anklang. „Scheint als rede die deutsche Autoindustrie E-Autos bewusst teuer. Sigl hat gezeigt, dass das nicht wahr ist“, so ein Besucher der Jubiläumsveranstaltung. „Wenn wir das verschlafen, dann gehen viele Arbeitsplätze verloren“, kommentierte ein anderer.

„Wir fordern für die Fahrschulausbildung zumindest eine Stunde an einem E-Auto“, so Seutemann. „Es gibt Autobahn- und Nachtfahrten, da ist die Ausbildung auf E-Autos überfällig.“

Und dass es Spaß macht und ein tolles Fahrgefühl ist, davon konnte man sich vor Ort direkt überzeugen.



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