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Start in 2008 aber ausgeschlossen

Kreistag beantragt in Eintracht drei weitere IGS

Landkreis (ssr). Nun ist der Wunsch nach drei neuen Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Schaumburg offiziell: Einstimmig hat der Kreistag beim Land die Errichtung je einer IGS in Obernkirchen, Rodenberg und Helpsen beantragt. Allerdings steht mittlerweile fest, dass die neuen Schulen - so sie denn genehmigt werden - erst zum 1. August 2009 starten können (siehe Kasten "Fakten").

Sowohl Herwig Henke (SPD/FDP) als auch Edeltraut Müller (Grüne/WIR) würdigten ausdrücklich die Zustimmung der Schaumburger CDU zu den neuen Gesamtschulen. "Eine solche Entwicklung hätte ich noch vor einem Jahr nicht zu erhoffen gewagt", sagte Henke. Für die CDU bemühte sich Dagmar König, offenkundig im Blick auf das gesamt Wählerspektrum der CDU, zu betonen, das in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasium gegliederte Schulwesen bleibe bestehen und werde von 70 Prozent der Eltern bevorzugt. Mit dem Ja zu den IGS wolle die CDU dem entsprechenden Willen von 30 Prozent der Eltern nachkommen und "eine breite schulische Vielfalt, die bereits als ,Schaumburger Modell' bezeichnet wird, schaffen", so König. Dem fügte König die Bemerkung hinzu, die Schulform Gymnasium könne wegen des enormen Zulaufs als "Hauptschule der Nation" bezeichnet werden. Das griff Henke auf: Wenn laut neuesten Umfragen etwa 60 Prozent aller Eltern im Landkreis Schaumburg für ihre Kinder das Gymnasium wählten und damit für dieHaupt- und Realschulen nur noch ein Anteil von zehn Prozent verbleibe, "dann ist das kein Vertrauensbeweis in das dreigegliederte System". Dieses sei mittelfristig "nicht zukunftsfähig". Während König betonte, die künftig insgesamt vier IGS mit insgesamt 550 Plätzen würden exakt dem derzeitigen Anmeldestand entsprechen, griff Edeltraut Müller schon in die Zukunft vor. Es sei bereits jetzt absehbar, dass ein weiter steigender Bedarf - besonders in Rinteln, aber auch im Lindhorster Raum - mittelfristig zu weiteren IGS führen wird. "Wir werden noch mehr Gesamtschulen brauchen, zuallererst in Rinteln", bejahte das Siegbert Held (WGS). Als "Wermutstropfen" bezeichnete Henke die Tatsache, dass die neuen Schulen "durch den späten Gesetzgebungsprozess" erst 2009 loslegen können: "Das tut mir sehr leid für die vielen Eltern und Schüler des kommenden fünften Jahrgangs, die deshalb nicht zur IGS gehen können." König hingegen verteidigte die zeitlichen Abläufe, denn "der Prozess einer Schulgründung sollte im Interesse aller Beteiligten in Ruhe angegangen werden". Scharf kritisierten Henke, Müller und Held auch die im Schulgesetz verankerte Verpflichtung, neue Integrierte Gesamtschulen nicht - wie bisher - mit vier, sondern künftig mit fünf Klassen pro Jahrgang einzurichten. Das stelle "eine gewollte Erschwernis" dar, monierte Müller. Denn die geforderte Fünfzügigkeit bedeute enorme Baukosten, höhere Ausgaben für den Schülertransport und ein schlechteres Lernklima. Trotz dieser kritischen Aspekteüberwog am Ende der Debatte auf allen Seiten die Vorfreude auf die neuen Schulen, die freilich vom Kultusministerium erst noch genehmigt werden müssen: "Ich hoffe auf eine rasche und problemlose Genehmigung", formulierte das Henke.




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