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Landkreis will "K 80" zum Januar 2008 einziehen / Protest aus Krankenhagen: "Warum diese Eile?"

Kreisstraße soll Kiesabbau-Vorhaben weichen

Krankenhagen/Möllenbeck (crs). Erst vor wenigen Jahren ist sie aufwendig saniert worden, sie ist optimal in Schuss und wird von Motorradfahrern gerne zur Ausfahrt genutzt: die Kreisstraße 80 zwischen Krankenhagen und Möllenbeck. Wegen des - noch nicht genehmigten - Kiesabbau-Vorhabens der Firma Reese soll die Straße nach Plänen des Landkreises zum 1. Januar 2008 für den Verkehr gesperrt werden. Vor allem in Krankenhagen regt sich Protest.

Dass eine intakte Straße komplett "eingezogen" wird, kommt sehr selten vor: Landkreis-Pressesprecher Klaus Heimann kann sich an kein vergleichbares Verfahren in Schaumburg erinnern. Gleichwohl ist er ebenso wie Bernd Hugo vom Amt für Kreisstraßen um eine moderate Wertung bemüht: Die Kriterien für eine Kreisstraße (kreisübergreifender Charakter, überörtliche Bedeutung) würden von der K 80 ohnehin nicht mehr erfüllt, die Anzahl von 1100 Fahrzeugen am Tag (laut einer Verkehrszählung von 2002) sei "äußerst gering" - die übrigen Kreisstraßen hätten zwischen 5000 und 10 000 Fahrzeugen am Tag. "Das Thema wäre so oder so gekommen", sagen beide. Allerdings: Ohne den geplanten Kiesabbau wäre die Straße wohl allenfalls zur Gemeindestraße herabgewidmet worden. Mehrfach hatte sich der Ortsrat Krankenhagen einstimmig gegen die Einziehung der Straße ausgesprochen. Trotzdem ist Ortsbürgermeister Gerhard Werner (SPD) zu Kompromissen bereit. Zwei wesentliche Bedingungen stellt er. Durch die Sperrung der Straße werde der Motorradverkehr aus Ostwestfalen nach Krankenhagen verlagert. Vor den Folgen will Werner die Krankenhäger schützen, mit Verbotsschildern und der Einrichtung eines Gehwegs zur Schulwegsicherung der Kinder. Mit dem fortschreitenden Kiesabbau verliere Krankenhagen zudem ein wichtiges Naherholungsgebiet. "Zumindest der verbleibende Teil soll für Wanderer zugänglich bleiben." Der Ortsrat hatte 2005 gegen das Erweiterungsvorhaben der Firma Reese gestimmt. Zugesichert hat der Landkreis die Schulwegsicherung (Hugo: "ein sehr guter Wunsch"), größere Probleme dürfte die Umsetzung der zweiten Bedingung bereiten. Erst nach Gesprächen mit der Forstverwaltung kann der Zugang zu den Wanderstrecken zugesagt werden. Bis Jahresende soll die K 80 auf jeden Fall nutzbar bleiben. Am liebsten würde Werner die Kreisstraße noch ein paar Jahre geöffnet lassen. "Bis der Kiesabbau die Straße erreicht, vergehen noch gut zehn Jahre", sagt er, "warum jetzt die Eile?" Finanziert werden soll die "Einziehung" der K 80 zum Teil aus Steuermitteln: Die Einrichtung eines Wendekreises auf Möllenbecker Seite wird der Landkreis bezahlen. Die Allgemeinheit werde dadurch kaum belastet, rechnet Hugo vor: Schließlich spare der Landkreis durch die wegfallenden Unterhaltungskosten. "Unterm Strich ist das eine Nullnummer." Ähnliches soll für die übrigen baulichen Maßnahmen gelten: Laut Landkreis "prüft die Firma Reese ihre Möglichkeiten, die Kosten zu übernehmen".



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