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B 83 zwischen A 2-Auffahrt und Tankstelle kein Unfallschwerpunkt / Durchgezogene Mittellinie?

Kreis spricht Klartext: Es bleibt bei Tempo 100

Heeßen (tw). Auf der B 83 zwischen der Tankstelle und der Autobahnauf- respektive abfahrt Bad Eilsen darf weiterhin Tempo 100 gefahren werden. Dem Versuch, das Tempo in dem besagten Abschnitt auf 70 drosseln zu lassen, haben die Behörden eine Absage erteilt. Eben das ist Inhalt eines Briefes, den der Landkreis jetzt an die Samtgemeinde geschrieben hat.

Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann informierte den Rat Heeßen in seiner Eigenschaft als Gemeindedirektor auf seiner jüngsten Zusammenkunft darüber. Der Hintergrund: Auf Initiative des Ratsherren und Landwirts Gerhard Hasse hatte die Samtgemeinde angefragt, ob das auf der B 83 zwischen der Shell-Tankstelle Klein Eilsen und der Autobahnauffahrt Bad Eilsen geltende Tempolimit beidseitig von "100" auf "70" km/h herabgesetzt werden könne. Begründung: Beim Abbiegen von Treckern von der Auestraße auf die B 83 komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn entgegen kommende Autos mit Tempo 100 heranrauschten. Schönemann: "Der Landkreis hatte das Problem gemeinsam mit der Polizeiinspektion (PI) Nienburg-Schaumburg und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, erörtert." Ergebnis: Der fragliche Abschnitt ist in der Unfallstatistik der Polizei keine sogenannte Unfallhäufungsstrecke. Voraussetzung dafür seien nämlich entweder mindestens fünf Unfälle gleicher Art innerhalb eines Kalenderjahres oder innerhalb von drei Jahren drei Unfälle mit Schwerverletzten. "Dieses Kriterium", zitiert Schönemann aus dem Brief des Landkreises, "spricht daher gegen eine Beschränkung der Geschwindigkeit". Der betroffene Abschnitt der B 83 liege außerdem außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Der Grad des Ausbaus sowie die Übersichtlichkeit der Strecke lasse es zu, dort Tempo 100 zu fahren. Ein Reduzieren des Tempos auf 70 km/h sei nach Dafürhalten des Landkreises "nicht das geeignete Mittel" um mögliche Unfälle im Bereich Einmündung Auestraße zu vermeiden. "Sofern langsam fahrende Fahrzeuge die vierspurige B 83 aus Richtung Auestraße queren wollen, liegt es in ihrer Verantwortung zu prüfen, ob sie genug Zeit haben, um die Fahrbahn passieren zu können - denn die Sicht ist gut genug, um eben das einschätzen zu können", gibt der Bürgermeister den weiteren Inhalt des Schreibens wieder. Außerdem könne das "persönliche Fehlverhalten Einzelner nicht durch eine Beschilderung ausgeschlossen werden". Es könne nur auf die sich den Vorschriften konform verhaltenden Fahrer abgestellt werden. Eine weitere Reduzierung des Tempos, so der Landkreis, müsse last, but not least auch überwacht werden - das aber sei derzeit nicht möglich. Kompromissangebot der Behörde: "Um die Gefahrenstelle zu entschärfen, könnte auf der B 83 im Bereich Einmündung Auestraße möglicherweise eine durchgezogene Mittellinie aufgemalt werden." Allerdings könnten Trecker - und Autos - dann von der Auestraße nur noch rechts auf die B 83 abbiegen beziehungsweise nur rechts von der Bundes- in die Auestraße einbiegen. So weit das Schreiben des Landkreises. Diskutiert wurde darüber im Rat Heeßen nicht mehr. Der einzige Kommentar zu der Entscheidung kommt von Hasse: "Das alles", so der Ratsherr, "ist unverständlich".




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