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Neue Konzeption für Abschnitt Bad Nenndorf

Kreis: B 65 soll einen Schlenker machen

Bad Nenndorf (rwe). Der Landkreis Schaumburg ist mit seiner Planungüber einen 2+1-Ausbau der Bundesstraße 65 von der A 2 bis Stadthagen ein großes Stück voran gekommen. Der Bauausschuss des Kreistages hat gestern mit großer Mehrheit den vorgelegten Entwurf empfohlen und die Abschnitte bei Bad Nenndorf und Algesdorf als Fortschritt begrüßt.

Das Verlegen des Knotenpunktes Drei Steine um 250 Meter in Richtung Rodenberg ist allerdings ein teures Vergnügen. Auf mittlerweile 20 Millionen Euro schätzen die Planer das Gesamtprojekt. Auch die Stadt Bad Nenndorf würde dafür zur Kasse gebeten. Am Umbau des Knotenpunktes wäre sie wohl mit einem Viertel beteiligt. Eine Mehrheit scheint dem Ausbau der Bundesstraße in den zu einer Konzeption "verschmolzenen" Abschnitten Algesdorf und Bad Nenndorf ziemlich sicher. Der Kreistagsabgeordnete Michael Dombrowski (Grüne) stimmte zwar gegen die 2+1-Planung, befürwortete aber die Lösung für die Kurstadt. Er störte sich an den immensen Kosten und fragte nach, ob sich die Sicherheit auf der Strecke zwischen Autobahn und Stadthagen nicht auch günstiger bewerkstelligen ließe. Damit hatte er die Debatte mal eben um fünf Jahre zurück gedreht. Das aber wollten die übrigen Mitglieder nicht. Denn der Grundsatzbeschluss, den Verkehrsfluss und die Sicherheit zu erhöhen, stammt aus dem Jahr 2002. "Es geht uns um die Sicherheit, nicht um Zeitersparnis, die ist auch gar nicht berechnet", betonte Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian. Er geht davon aus, eine "fast konsensfähige Lösung" zu haben, die Eigentümern, Anliegern, Behörden und Gemeinden gerecht werde und in die viele Anregungen eingeflossen seien. Damit spielte er auf den "Juckepunkt" Drei Steine an. Den Konfliktbereich zu verlegen, habe die Lage erheblich entspannt, so Smalian. Denn der Landkreis hatte heftigen Gegenwind aus Bad Nenndorf. Der Rat erließ gar eine Resolution gegen die ersten Pläne und die Idee, an Drei Steine einen Riesenkreisel zu bauen. Nun sind die Planer einer Vision näher gerückt, die sich viele Politiker in Nenndorf und Rodenberg wünschen. Sie verschieben die Trasse auf die andere Seite des Kraters und des Saunaclubs und binden sie etwa 250 Meter weiter südlich an die B 442 an. Das sei aber nur ein Verlegen des Knotenpunktes, betonte Markus Brockmann, Leiter der Straßenbauverwaltung. Da sei kein Meter mehr möglich. Sehe der Bund als Kostenträger der Straße darin einen Neubau, dann sei das Vorhaben "bedarfsplanrelevant". "Und dann können wir Jahrzehnte warten."

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